Streit wegen Kirschbaum - Herderschule wartet auf Sporthalle
Seit Jahrzehnten wartet die Herderschule in Kassel auf eine neue Sporthalle. Eigentlich sollten jetzt endlich die Bagger rollen, doch der Landkreis Kassel und die Stadt Kassel streiten sich - Ausgangspunkt ist ein Kirschbaum.
“Das müssen Stadt und Landkreis miteinander ausmachen. Ich bin sicher, dass da eine Lösung möglich ist. Wichtiger aber ist, dass man die Bedarfe der jungen Menschen sieht - auch der Kasseler Sportvereine übrigens - die diese Halle dringend brauchen”, sagt Schulleiter Stefan Alsenz im FFH-Gespräch. Er sei sich sicher, dass die Halle kommt, weil eigentlich alle wollen, dass sie gebaut wird.
Stadt und Landkreis uneinig
Das die neue Sporthalle gebaut werden soll und muss, da sind sich die Stadt Kassel und der Landkreis Kassel einig. Allerdings wirft die Stadt dem Landkreis mehrere Dinge vor. Auf FFH-Nachfrage gibt's ein schriftliches Statement der Stadt: "Der Bauantrag des Landkreises wurde erst Anfang dieses Jahres eingereicht – und zwar in unvollständiger Form. In einem Schreiben vom März 2026 hat die Stadt bereits auf erhebliche Mängel hingewiesen. Nach aktuellem Stand ist das Vorhaben in der vorliegenden Form nicht genehmigungsfähig. Dies betrifft nicht allein den Erhalt des Baumbestandes, sondern fundamentale Bestandteile des Antrags:
• Die Statik ist unzureichend dokumentiert.
• Notwendige Baulasten fehlen.
• Das Brandschutzkonzept (BSK) bedarf einer grundlegenden Überarbeitung."
Landkreis ist überrascht
Der Landkreis gab auf FFH-Nachfrage an: "Die nun von der Stadt angeführten Punkte, wonach Antragsunterlagen zu Statik, Brandschutz und Baulasten fehlen oder fehlerhaft seien, sind für den Landkreis in dieser Form neu. Alle zum Antragszeitpunkt notwendigen einzureichenden Unterlagen sind im Vorfeld mit der Stadt Kassel abgestimmt worden."
Auch der Kirschbaum könne erhalten werden
Weiter heißt es in dem Statement der Stadt: “Die erst jetzt vom Landkreis nachgereichte Variantenprüfung belegt eindeutig: Es gibt technische Lösungen, die sowohl den Bau der Halle als auch den Erhalt des Kirschbaums ermöglichen. Dass diese Alternativen in der ursprünglichen Planung des Landkreises nicht berücksichtigt wurden, stellt einen erheblichen Planungsfehler dar.”
Baufeld sei gemeinsam ausgesucht worden
Vom Landkreis heißt es dazu: “Das letztlich ausgewählte Baufeld wurde gemeinsam mit der Stadt Kassel ausgesucht und zudem in einer Verwaltungsrechtlichen Vereinbarung zwischen Stadt und Landkreis Kassel festgelegt. Dieser Standort wurde präferiert, da er im Vergleich zu alternativen Flurstücken die geringsten Eingriffe in naturschutzrechtliche Belange aufwies. Die aktuelle Konzeption ist zudem die wirtschaftlich effizienteste Variante, da sie den Abriss der bestehenden Sporthalle für den Neubau vermeidet.”
Wie teuer wäre ein Bau mit Kirschbaum?
Bleibt die große Frage wie teuer ein Bau mit Erhalt des Kirschbaums wäre. Ursprünglich waren 12 Millionen Euro Kosten angesetzt. Wird die Halle dann mehrere Millionen Euro teurer? Der Ausgang ist derzeit offen. Klar scheint nur: Die Halle soll gebaut werden, aber das sie bis August 2027 wie geplant fertig ist, scheint ausgeschlossen.
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