Reif für die Meisterschaft? - FFH checkt den Kassel Huskies Kader
Mitte September ist es endlich wieder soweit: Die neue Saison in der DEL2 startet. Und das Ziel der Kassel Huskies kann erneut nicht anders formuliert werden - sie wollen Meister werden und aufsteigen. Doch wie realistisch ist das nach der Final-Niederlage vergangene Saison und mit nahezu komplett neuer Abwehr? FFH macht den Team-Check
Ein großes Aufatmen gabs bei den Fans als klar wurde, dass Trainer Woodcroft gehen muss. Co-Trainer Petteri Väkiparta übernimmt und Sportdirektor Kreutzer kündigt an: “Wir haben nicht defensiv gespielt, aber unsere Stürmer werden jetzt sicher mehr Freiheiten bekommen.” Heißt im Umkehrschluss: Unter Woodcroft war das nicht der Fall - statisches Spiel - oft langweilig für die Fans!
Huskies mit jungen Goalies
Das ist sicher ein Risiko, aber die Kassel Huskies haben sich bewusst für zwei junge Torhüter entschieden und gegen zum Beispiel einen Transfer von Mirko Pantkowski. Hinter Starter Philipp Maurer kommt mit Leon Willerscheid ein 21-jähriges Talent. Zuletzt sammelte er Spielpraxis in der Oberliga in Duisburg.
Komplett neue Abwehr
Aus der Huskies-Defensive geblieben sind am Ende nur Oldie Marco Müller mit den Youngsters Schams und Stadler. Neu dabei sind Martinovic (Wolfsburg), Dumont (Wolfsburg), Huss (Iserlohn), Korus (Krefeld) und Jung (Ravensburg). Diese Abwehr wird Zeit brauchen und klare Strukturen. Ein echter Leader soll sich in der Vorbereitung herauskristallisieren.
Fire-Power aus der DEL
Im Angriff haben die Huskies diese Saison keine Experimente vor. “Die Huskies kochen”, schrieb ein Fan in den sozialen Medien und das nicht nur mit lauwarmen Wasser. Mit Matt White, zuletzt Top-Scorer in der DEL bei Wolfsburg, und Chris Wilkie von den Löwen Frankfurt haben die Nordhessen klassische Scorer geholt. Sie sollen für den Unterschied sorgen. Und nach der Verletzung von Benson wurde mit O'Donnell (zuletzt in Mannheim) die nächste Top-Option gezogen.
Ein gemischtes Fazit
Die Torhüter-Position ist voller Talent, aber mit wenig Erfahrung. Die Abwehr davor muss sich selbst erstmal finden. Das birgt Risiken vor allem zum Saisonstart. Im Angriff dagegen haben die Huskies so viel Zug zum Tor wie selten zuvor. Doch den Fans wird nach zwei Woodcroft-Saisons jedes Spiel mit mehr Action und Toren deutlich besser schmecken. Diät war gestern, denn jetzt wird gekocht. Auch wenn mehr Gegentore fallen dürften.
Für einen Aufstieg muss allerdings viel passen und am Ende gewinnt die Defense die Championships und genau da haben die Nordhessen vor der Saison sicherlich die größten Fragezeichen. Vielleicht ist das aber auch die größte Chance!