Grün statt Asphalt - Kassel beim Abpflaster-Wettbewerb dabei
Wer in der Stadt Kassel eine graue Betonfläche in ein grünes Beet verwandelt, kann damit jetzt sogar in einem deutschlandweiten Wettbewerb punkten. Noch bis zum 31. Oktober läuft „abpflastern“ - und Kassel mischt in diesem Jahr zum ersten Mal mit.
Beim bundesweiten Entsiegelungswettbewerb treten Städte und Gemeinden gegeneinander an - wer die meisten Quadratmeter Asphalt, Beton oder Pflaster in Grünflächen verwandelt, gewinnt. Alexander Becht, Sachgebietsleiter der Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde in Kassel, erklärt im FFH-Interview, worum es geht: Es handle sich um einen freundschaftlichen Wettstreit der Städte untereinander. Ziel sei es letztlich, die Kommunen zum Entsiegeln zu animieren.
Kassel zwischenzeitlich auf Platz 3
Kassel ist dieses Jahr erstmals dabei. Während Kassel bei den Großstädten über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Anfang September noch auf Platz drei lag, hat sich das Bild auf die Rangliste mittlerweile verschoben: Am 22. September 2026 liegt Kassel in der Liga Groß mit rund 12.100 „abgepflasterten Steinen“ (63,43 Steine pro 1.000 Einwohnende) auf Platz sechs von 18 - Spitzenreiter sind derzeit Darmstadt, Bremen und Frankfurt.
So können Bürgerinnen und Bürger mitmachen
Wer selbst eine Fläche entsiegeln möchte, kann das ganz einfach online melden. Becht erklärt, dass die Stadt auch die Kasseler Bürgerinnen und Bürger dazu animieren möchte, selbst zu entsiegeln. Das Ganze könne dann jeder online eintragen, dazu sollten Fotos beigefügt und die Flächenangabe gemacht werden.
Was bedeutet entsiegeln?
Was genau als Entsiegelung zählt, macht Becht im FFH-Gespräch deutlich: Entsiegeln bedeute, jede befestigte Fläche - das könne Asphalt, eine Pflasterfläche oder eine Betonfläche sein - zu entfernen und zum Beispiel durch eine Rasenfläche, vielleicht auch mit Bäumen oder anderen Pflanzen, zu gestalten. Für die Teilnahme braucht es laut Becht vorher ein Foto der versiegelten Fläche und hinterher ein Foto der entsiegelten Fläche. Auch Teilentsiegelungen zählen anteilig. Mitmachen kann laut Becht jeder aus Kassel, der über eine eigene Fläche im Stadtgebiet verfügt und diese entsiegeln kann.
Warum Entsiegelung dem Klima hilft
Die Hitzewelle und die Trockenperiode dieses Jahres haben gezeigt, wie sehr versiegelte Flächen das Stadtklima verschärfen. Becht benennt die Nachteile versiegelter Böden klar: Versiegelung bedeute letztendlich, dass dort kein Wasser versickern und kein Grundwasser entstehen könne - und nicht zuletzt durch die Dürre habe man gemerkt, dass es ein Wasserproblem gebe. Zudem heizten sich versiegelte Flächen deutlich auf, was insbesondere in den Städten ein großes Problem sei. Jede entsiegelte Fläche wirke dem entgegen. Der positive Effekt zeige sich vor allem dort, wo es am meisten brennt: Insbesondere im innerstädtischen Bereich werde die Temperatur in den Sommermonaten gesenkt, außerdem könne Grundwasser neu gebildet werden.