Feuer um Betrug zu vertuschen? - "Handwerker" soll Haus angezündet haben
Ein fingierter Handwerker, ein betrogener Hausbesitzer und am Ende ein brennendes Fachwerkhaus in Weißenborn: Wegen Betrugs und Brandstiftung muss sich nun ein 35-Jähriger vor dem Amtsgericht Eschwege verantworten. Um seine Lügen zu vertuschen, soll er das Gebäude fast komplett zerstört haben.
Der Angeklagte soll dem Besitzer des Fachwerkhauses Hilfe bei der Renovierung angeboten haben. Dabei habe er einen angeblichen Bekannten aus Tschechien erfunden, der die Arbeiten kostenlos übernehmen würde, heißt es in der Anklage. Den Kontakt hielt der 35-Jährige demnach per WhatsApp – und gab sich dabei selbst als der tschechische Handwerker aus.
Kaution für erfundene Maschine
Im Laufe der Chats behauptete der falsche Bekannte, eine gemietete Maschine aus dem Baumarkt sei gestohlen worden. Der ahnungslose Hausbesitzer überwies daraufhin laut Gericht rund 250 Euro als angebliche Kaution. Das Geld landete den Angaben zufolge aber nicht bei einem Baumarkt, sondern beglich die privaten Schulden des Angeklagten bei einem Versandhandel.
Feuer zur Vertuschung gelegt
Um die Lügen rund um den Handwerker und die gestohlene Maschine weiter aufrechtzuerhalten, griff der 35-Jährige offenbar zu einer drastischen Maßnahme. Mit einem Schlüssel, den er vom Besitzer bekommen hatte, verschaffte er sich Zugang zu dem Haus. Im Dachgeschoss soll er dann mit brennbaren Materialien zielgerichtet an mehreren Stellen Feuer gelegt haben.
Fachwerkhaus ist unbewohnbar
Das Dachgeschoss brannte in der Folge komplett aus. Durch den massiven Ruß, die starke Rauchentwicklung und das viele Löschwasser der Feuerwehr sind auch die restlichen Etagen völlig unbewohnbar geworden. Es entstand ein enormer Sachschaden von mehr als 200.000 Euro. Für den Prozess hat das Gericht zehn Zeugen geladen.