Strom aus dem Bordstein - Kassel testet neue E-Ladepunkte
Keine Säule, kein Kasten auf dem Gehweg: In Kassel steckt die Ladetechnik für Elektroautos jetzt direkt im Bordstein. Die Städtischen Werke haben im Vorderen Westen die ersten beiden Ladebordsteine der Stadt in Betrieb genommen.
Wer in der Goethestraße im Kasseler Vorderen Westen sein E-Auto laden will, sucht vergeblich nach einer Ladesäule. Die Technik ist in den Bordstein eingelassen: Klappe öffnen, Kabel einstecken, per Ladekarte oder QR-Code freischalten – fertig. Seit dem 2. Oktober sind die beiden Ladepunkte in Betrieb. Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne), Stadtklimarätin Simone Fedderke (Grüne) und Städtische-Werke-Chef Olaf Hornfeck haben sie offiziell eröffnet.
Bis zu 22 Kilowatt pro Ladepunkt
Die Ladebordsteine laden mit Wechselstrom und schaffen bis zu 22 Kilowatt pro Ladepunkt. Für das schnelle Laden zwischendurch sind sie damit nicht gedacht – eher für Anwohner, die ihr Auto mehrere Stunden oder über Nacht am Straßenrand stehen lassen. Genau die haben die Städtischen Werke im Blick: Im dicht bebauten Vorderen Westen haben die meisten Bewohner weder einen eigenen Stellplatz noch eine Wallbox.
Unkompliziertes Laden im Alltag
Hergestellt werden die Ladebordsteine vom Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall, der auch in Kassel einen großen Standort hat. OB Schoeller betonte, wer auf ein E-Auto umsteige, müsse im Alltag unkompliziert laden können – und die neue Technik brauche dafür keinen zusätzlichen Platz im Straßenraum.
Kassel bei Ladepunkten hessenweit vorn
Insgesamt betreiben die Städtischen Werke in Kassel 310 öffentliche Ladepunkte, im kommenden Jahr sollen rund 40 weitere dazukommen. Laut einer Auswertung des Verbands der Automobilindustrie kamen in Kassel Mitte 2025 rechnerisch nur 10,8 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt – der beste Wert in Hessen.