Riesige Unterschiede in Hessen - Debatte über Hundesteuer entfacht
Der Bund der Steuerzahler Hessen hat die Hundesteuerbelastungen in hessischen Städten untersucht. Wiesbaden und Bad Karlshafen verlangen mit 180 Euro am meisten, während in Eschborn der erste Hund steuerfrei ist.
In diesem Jahr haben insgesamt 44 Kommunen ihre Hundesteuersätze angehoben. Besonders stark war die Erhöhung in Rodgau, mit einem Anstieg um 60 Euro. Kriftel und Gilserberg folgten mit einer Erhöhung um jeweils 40 Euro. Eine positive Ausnahme bildet Bad Zwesten, das seine Hundesteuern um zwölf Euro gesenkt hat. Insgesamt liegt der hessische Durchschnitt bei 70 Euro pro Jahr für den ersten Hund.
Forderung nach Abschaffung der Hundesteuer
Der Bund der Steuerzahler Hessen fordert die Abschaffung der Hundesteuer, die als willkürlich und unverhältnismäßig betrachtet wird. Ursprünglich als Luxussteuer eingeführt, sei der Hund heutzutage ein Familienmitglied und sozialer Halt. Jochen Kilp vom Bund der Steuerzahler Hessen betont, dass die Steuer nicht mehr zeitgemäß sei.
Besondere Regelungen für „Kampfhunde“
Für sogenannte „Kampfhunde“ gibt es erhebliche Unterschiede in den Steuersätzen. Biebertal führt mit 1.300 Euro für den ersten „Kampfhund“, während Nidderau 1.200 Euro erhebt. Überraschend günstig ist Reinheim, wo diese Hunde für 36 Euro geführt werden. Der Durchschnitt liegt bei 560 Euro.
Ermäßigungen und Ausnahmen
Vielfältige Ermäßigungen und Befreiungen sind möglich, z.B. für Blindenhunde, Hunde aus dem Tierheim oder Halter mit besonderen Prüfungen. Auch Empfänger von Sozialleistungen können von einer reduzierten Steuer profitieren.
Kritik an den Kosten der Erhebung
Das Aufkommen der Hundesteuer rechtfertigt nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler Hessen nicht den Verwaltungsaufwand. Oft sind die Einnahmen so gering, dass sie kaum die Kosten für ihre Erhebung decken. Statt überflüssige Steuern zu erheben, sollten sich die Kommunen auf wesentliche Aufgaben konzentrieren.