Vor entscheidendem CL-Spiel - MT verpasst fast Flieger nach Skopje
Die MT Melsungen bestreitet am Mittwoch ihr entscheidendes Spiel in der EHF Champions League. Um ein Haar hätte das Team das Flugzeug nach Skopje verpasst.
Letztes Gruppenspiel bei HC Vardar 1961, das Weiterkommen in die Hauptrunde in eigener Hand, nur noch ein erfolgreicher Auftritt – dies allein hält genug Brisanz bereit. Doch schon bei der Anreise in die nordmazedonische Hauptstadt hat der MT-Tross aufregende Momente erlebt. Bedeutet: Es fehlte nicht viel, dann wäre der Flieger nach Skopje buchstäblich vor der Nase des nordhessischen Handball-Bundesligisten abgehoben. Was war da los?
Die Reise beginnt um 5.30 Uhr
Die Episode am Dienstagmorgen lässt sich gut und gern unter der Rubrik einordnen: braucht kein Mensch. Erst recht nicht vor so einem wichtigen Spiel, das die MT Melsungen vor der Brust hat. Bereits um 5.30 Uhr ist die Mannschaft samt Staff mit dem Bus Richtung Dortmunder Flughafen aufgebrochen. Geplante Abflugzeit 8.55 Uhr. So weit, so entspannt.
Stau sorgt für Verspätung
Aber dann: Stau auf der Autobahn 44 kurz vor Dortmund. Verlorene Zeit etwa 45 Minuten, um kurz nach acht am Schalter und dort die Ansage: Zu spät, nichts geht mehr. Es wird diskutiert. Matthias Horn, der Mannschaftsbetreuer, telefoniert mit dem Reisebüro, das die MT-Touren organisiert. Danach darf der MT-Tross einchecken und das Gepäck aufgeben. Schnell weiter zur Security und Passkontrolle. Fast geschafft.
„Hier könnte der Papst stehen, auch der würde nicht in den Flieger kommen.“
Aber nur fast. Selina Rieger, Social-Media-Managerin bei der MT, kommt als erste am Gate an – und wieder heißt es: zu spät. Alle Türen dicht. Die Frau am Schalter drückt sich in etwa so aus: „Hier könnte der Papst stehen, auch der würde nicht in den Flieger kommen.“ Rieger marschiert zurück zur Mannschaft, die noch mit der Passkontrolle zu tun hat. Matthias Horn kontaktiert abermals das Reisebüro. Es vergehen Minuten. Niemand weiß, wie’s weitergeht.
Papst-Aussage revidiert - doch noch grünes Licht
Parallel wird die Geschäftsstelle in Melsungen informiert. Torwarttrainier Carsten Lichtlein setzt Sportvorstand Jesper Larsson in Kenntnis. Der denkt sofort über Alternativen nach. Aber welche? Spielt keine Rolle. Denn die Frau vom Gate-Schalter hat sich das mit dem Papst anders überlegt und gibt der MT grünes Licht. Motto: Das Gepäck ist schon eingeladen. Das wieder rauszuholen, würde länger dauern, als die Truppe in die Maschine zu lassen.
Spieler nehmen es mit Humor
Somit erwischt die MT den Flieger auf den allerletzten Drücker. Um 9.15 Uhr sitzen alle auf ihren Plätzen. Die meisten hätten es mit Humor genommen, berichtet Rieger, nachdem das Flugzeug halbwegs pünktlich am Mittag in Skopje gelandet ist. Dann ins Hotel, später Video, danach eine Trainingseinheit, Abendessen – alles nach Plan. Und die Frage: Vardar was?