RhönEnergie sieht Häufung - Stromausfälle durch Glasfaser-Ausbau
In Osthessen häufen sich die Stromausfälle durch den rasanten Ausbau von Glasfasernetzen. Das berichtet die RhönEnergie.
Bei Bauarbeiten in Sinntal-Sterbfritz habe ein Arbeiter versehentlich eine 20.000-Volt-Leitung getroffen und so in neun Ortschaften vorübergehend den Strom lahmgelegt. Der Mann kam vorsorglich ins Krankenhaus.
Schon 27 Schäden in diesem Jahr
Immer wieder kommt es im Netzgebiet der RhönEnergie Gruppe zu durchtrennten oder beschädigten Leitungen. Allein im ersten Halbjahr des Jahres registrierte die Netzgesellschaft OsthessenNetz 27 größere Schäden, die direkt auf Glasfaserarbeiten zurückzuführen sind.
Eisenstange trifft Stromkabel
Bei einem der jüngsten Vorfälle im Sinntaler Ortsteil Sterbfritz versuchte ein Bauarbeiter den Angaben zufolge, eine Eisenstange mit einem Hammer unter einem Bordstein hindurchzutreiben. Dabei traf er laut OsthessenNetz unglücklich ein 20.000-Volt-Kabel.
Stromausfall in neun Orten
Das beschädigte Kabel führte umgehend zu einem Kurzschluss in einer benachbarten Trafostation. In der Folge fiel in insgesamt neun Ortschaften der Gemeinden Sinntal und Motten für rund eine Stunde der komplette Strom aus.
Arbeiter kommt in Klinik
Die alarmierten Mitarbeiter des Netzbetreibers trafen den verantwortlichen Bauarbeiter noch an der Unfallstelle an. Er blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt, wurde aber laut OsthessenNetz vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die Stromversorgung konnte kurz darauf wieder vollständig hergestellt werden.
Netzbetreiber kritisiert Vorgehen
Die Vorfälle nehmen laut Netzgesellschaft massiv zu. Oft würden Bautrupps ohne die vorgeschriebene Planauskunft mit den Arbeiten beginnen oder die eingeholten Pläne vor Ort schlichtweg ignorieren, heißt es von Geschäftsführer Matthias Hahner. Solche massiven Störungen seien absolut vermeidbar.
Appell an Bauunternehmen
Der Netzbetreiber appelliert deshalb eindringlich an alle Bauunternehmen, sich vorab kostenlos über den genauen Verlauf von Stromkabeln zu informieren. Im direkten Bereich von Leitungen müsse zudem zwingend per Hand gegraben werden, um lebensgefährliche Arbeitsunfälle und teure Folgeschäden zu verhindern. Oft würden kleine Kabelschäden bei den Arbeiten gar nicht sofort gemeldet und zeigten ihre fatalen Folgen erst Jahre später.