"Schulstart mit Rückenwind" - Ronshausen ist für Kita-Preis nominiert
Für die Kita „Regenbogen" und die Grundschule Ronshausen ist es ein echter Ritterschlag: Ihr gemeinsames Projekt „Schulstart mit Rückenwind" ist für den Deutschen Kita-Preis 2026 nominiert - und die 14 Kinder, die daran teilnehmen, spüren den Rückenwind längst selbst.
Seit rund einem Jahr gibt es das Projekt an der Grundschule Ronshausen. Schulleiterin Ute Wagner-Scheel erklärt im FFH-Interview, dass die Kinder im letzten Kitajahr zweimal wöchentlich zur Schule kommen. Ausgangspunkt waren Sorgen um die sogenannten Vorläuferfähigkeiten der künftigen Erstklässler: “Die Konzentration könnte ein bisschen besser sein”, so Wagner-Scheel. Auch bei Feinmotorik, etwa beim Schneiden oder Schuhe binden, und beim Zuhören habe man Unterstützungsbedarf gesehen.
So läuft der Schulstart mit Rückenwind ab
Eine pädagogische Kollegin holt die Vorschulkinder direkt in der Kita ab, gemeinsam wird der Schulweg zur Grundschule bewältigt. Dort werden sie von den Schulkindern und Lehrkräften empfangen und dürfen sich zunächst in einen eigenen Betreuungsraum zurückziehen, wo es Angebote zum Malen, Schneiden und Zuhören gibt. Am meisten aber lieben die Kinder das freie Spiel draußen - "das wünschen sie sich jedes Mal", so Wagner-Scheel.
"Sie sind viel selbstbewusster geworden"
Auch aus der Kita gibt es nur positive Rückmeldungen. Die stellvertretende Kita-Leiterin Claudia Hartmann beobachtet bei den Kindern eine deutliche Veränderung: "Sie sind viel selbstbewusster geworden, sagen mir dann danach, lass mal, das kann ich schon alleine." Die Kinder freuten sich schon morgens auf den Schultag und erzählten stolz den anderen: “Heute darf ich in die Schule gehen, ich bin eine von den Großen”, erzählt Hartmann im Interview mit HIT RADIO FFH.
Durchweg positive Resonanz
Auch für die Erzieherinnen selbst verändere sich etwas, sagt Hartmann: Sie könne die Kinder inzwischen "mit einem besseren Gewissen" an die Schule übergeben, weil sie selbstständiger geworden seien. Ihr Fazit fällt entsprechend eindeutig aus: "Jederzeit wieder, und ich hoffe, wir kommen weiter."
Sanfter Übergang für Kinder und Eltern
Auch die Lehrerin der Ersten Klasse, die die Kinder nach der Kita übernimmt, berichtet Wagner-Scheel zufolge ausschließlich Positives, weil die Kinder bereits vor der Einschulung in der Schule angekommen seien. Die geknüpften Beziehungen zu Mitschülern und Lehrkräften seien entscheidend für einen sanften Übergang. Das nehme nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern viel Angst vor dem Schulstart.
Teil der Präventionskette Hersfeld-Rotenburg
Entstanden ist "Schulstart mit Rückenwind" im Rahmen der Präventionskettenarbeit des Landkreises Hersfeld-Rotenburg als Kooperation von Kita Regenbogen, Grundschule Ronshausen und dem Förderverein der Schule. Finanziert wurde das Pilotprojekt zunächst über das Landesprogramm "Präventionsketten Hessen - Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben"; inzwischen trägt der Förderverein der Grundschule die weitere Förderung.
Nominiert für den Kita-Preis in der Kategorie “Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres”
Die Initiative aus Ronshausen gehört zu 15 nominierten Bündnissen bundesweit in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" - ausgewählt aus rund 620 Bewerbungen von Fachleuten der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Instituts Welt:Stadt:Quartier.
Stolz auf die Nominierung - und Hoffnung auf mehr
Für Wagner-Scheel und ihr Team ist die Nominierung ein echter Höhepunkt: "Absolut, wir sind alle stolz drauf." Besonders freut sich das Team darauf, nach Berlin fahren und dort die anderen nominierten Projekte kennenlernen zu dürfen. Die Preisverleihung ist für November 2026 angesetzt - bis dahin hofft Ronshausen, dass es am Ende sogar für den Sieg reicht.