Mietvertrag wurde gekündigt - Kino35 in Fulda sucht neue Räume
Gerade noch haben sie zusammen gefeiert, 15 Jahre Kino35 in Fulda - und nur einen Tag später kam der Schock: Die Kündigung. Jetzt muss das beliebte Programmkino innerhalb weniger Wochen eine neue Bleibe finden.
Am vergangenen Sonntag, dem 27. September, hatten zahlreiche Gäste gemeinsam mit der Kultur- und Kinoinitiative Fulda e. V. das 15-jährige Bestehen des Kino35 gefeiert. Vorsitzende Carolin Strobel erinnert sich im FFH-Interview an eine gute Zeit: "Es war ein total schöner Nachmittag", sagt sie über das Fest. Nur einen Tag später holte die Realität den Verein ein.
Die Kündigung kam aus heiterem Himmel
Am Montag erhielt der Verein die Kündigung für die Räumlichkeiten in der Ohmstraße 18-20 zum 31. Dezember 2026. Für Carolin Strobel war das ein Einschnitt: "Es war ein großer Schock und drei Monate sind natürlich auch ein super-kleines Zeitfenster für uns, was Neues zu finden."
Vorstand sucht den Schulterschluss mit der Stadt
Der Vorstand nahm umgehend Kontakt zum Kulturamt der Stadt Fulda auf und traf sich zu einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung, um gemeinsam Perspektiven für die Zukunft auszuloten. Nun wendet sich der Verein an die Öffentlichkeit und bittet um Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumen. Jeder Hinweis auf geeignete Flächen sei willkommen.
Was die neuen Räume können müssen
Aktuell bespielt das Kino35 rund 210 Quadratmeter mit zwei Sälen - einem größeren mit etwa 80 Plätzen und einem kleineren mit rund 40 Plätzen, in dem auch Foyer und Barbereich untergebracht sind. Dazu kommen ein Aufenthaltsraum für Vereinssitzungen, ein kleines Lager und Toiletten. Carolin Strobel betont jedoch, dass der Verein flexibel ist: "Wir leben davon, kreativ zu sein", sagt sie im FFH-Gespräch, auch kleinere Räumlichkeiten kämen infrage. Wichtig seien vor allem eine ausreichende Deckenhöhe für die Leinwand und als gemeinnütziger Verein eine möglichst günstige Miete.
Auch Zwischenlösungen sind willkommen
Der Wunsch des Vereins ist eine möglichst nahtlose, dauerhafte Lösung. Angesichts der knappen Zeit zeigt sich das Kino35 aber auch offen für Zwischenlösungen und temporäre Spielstätten, um die Programmunterbrechung möglichst kurz zu halten. Selbst Räume, die noch gar nicht als Kino genutzt werden oder erst entwickelt werden müssten, kommen laut Strobel infrage, sofern daraus ein langfristiges Mietverhältnis werden kann.
Zentral in Fulda oder auch dezentral?
Der aktuelle Standort mitten in Fulda ist für viele Gäste aus dem Stadtgebiet ein großer Vorteil. Carolin Strobel schließt aber auch einen etwas dezentraleren Ort nicht aus: Der Verein sei grundsätzlich offen und schaue einfach, was es überhaupt gibt, so Strobel.
Mehr als nur Kino
Das Kino35 zeigt nicht nur anspruchsvolle Filme jenseits des Mainstreams - der Verein organisiert auch Comedyabende, Lesungen und Konzerte sowie Kooperationen, etwa mit dem Bündnis gegen Depression oder dem Deutschen Alpenverein.
So kann geholfen werden
Wer Räumlichkeiten kennt, die sich für einen Kinobetrieb eignen könnten, oder bei der Suche unterstützen kann, kann sich direkt an den Verein wenden: vorstand@kino35.de. 15 Jahre Kino35 sollen nach dem Willen des Vorstands nicht am 31. Dezember enden - offen ist nur noch, wo die Geschichte weitergeht.