Wie geht es weiter? - Sorge um Tegut-Filiale in Hünfeld
„Das ganze Nordend hängt dahinten dran" – Tegut am Niedertor: Kiosk-Betreiberin Simone Bräuer kämpft für den Erhalt des Supermarkts in Hünfeld. Während eine der beiden Tegut-Filialen in der Stadt von Edeka übernommen werden darf, hat das Bundeskartellamt die Übernahme des Marktes am Niedertor untersagt – die Zukunft des Standorts ist ungewiss.
In Hünfeld gibt es seit Jahrzehnten zwei Tegut-Märkte – einen im Haune-Center in der Josefstraße und einen in der Straße „ Am Niedertor". Während die Ladenfläche in der Josefstraße von Edeka übernommen werden darf, hat das Bundeskartellamt die Übernahme des Marktes am Niedertor abgelehnt.
Kiosk-Betreiberin seit 25 Jahren vor Ort
Simone Bräuer betreibt einen Kiosk direkt neben dem Tegut am Niedertor – und beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge. „Das kann ich Ihnen gar nicht so beantworten. Das ist natürlich ein Hoffnungsschimmer für uns alle", sagt sie über das laufende Bieterverfahren und die Aussage von Migros Zürich: “Bis zur Übernahme bleiben die Läden unverändert geöffnet.” Aber: Was letztlich passiert, erfahre man nur aus den Medien. Bräuer ist seit 25 Jahren am Standort und möchte das gerne so weiterführen – doch dafür braucht sie auch den Supermarkt als Nachbarn.
Nahversorgung für das Nordend
Für Bräuer geht es nicht nur um ihr eigenes Geschäft. „Das ganze Nordend hängt dahinten dran", sagt sie. In unmittelbarer Nähe befinde sich eine Einrichtung für altersgerechtes Wohnen mit vielen Bewohnerinnen und Bewohnern. Diese Menschen seien auf einen barrierefreien, fußläufig erreichbaren Supermarkt angewiesen.
Warum Schrecksbach, aber nicht Hünfeld?
Besonders unverständlich ist für Bräuer der Vergleich mit anderen Orten. In Schrecksbach – einer Gemeinde, die noch kleiner ist als Hünfeld – sei die Übernahme zweier Tegut-Filialen erlaubt worden. Warum also nicht auch am Niedertor? Die Wettbewerbshüter befürchteten, dass Edekas Marktanteil in einigen Regionen zu hoch sein und dadurch ein wirksamer Wettbewerb behindert werden könnte – deshalb wurde eine Übernahme in der geplanten Form abgelehnt.
Hunderte Unterschriften – die Bürger machen Druck
Die Betroffenheit ist groß – und sie ist messbar: Bereits Hunderte Menschen haben eine Unterschriftenaktion unterzeichnet, um für den Erhalt des Marktes am Niedertor zu kämpfen. Das zeigt, wie wichtig dieser Standort für das Stadtleben und die Nahversorgung in diesem Teil Hünfelds ist.
Bieterverfahren läuft – noch kein Interessent in Sicht
MIgros Zürich erklärt gegenüber HIT RADIO FFH, dass für die nicht von Edeka übernommenen Filialen aktuell ein Bieterverfahren läuft. Bis zur Übernahme durch einen neuen Betreiber sollen die Läden unverändert geöffnet bleiben. Die Zukunft des Tegut-Marktes am Niedertor in Hünfeld bleibt dennoch ungewiss. Für Simone Bräuer und die Menschen im Nordend der Stadt steht mehr auf dem Spiel als ein Supermarkt – es geht um Alltagsversorgung, Lebensqualität und die Zukunft eines ganzen Stadtteils.