Rettungsdienste fordern einheitliche Regeln in Hessen
"Es geht um Leben und Tod" - Hessische Rettungsdienste sind am Limit
Die vier großen Hilfsorganisationen in Hessen schlagen Alarm. Sie sagen: Das Rettungssystem stößt an seine Grenzen. ASB, DRK, Johanniter und Malteser fordern deshalb eine Neufassung des Hessischen Rettungsdienstgesetzes.
Die Hilfsorganisationen haben ein gemeinsames Positionspapier herausgegeben. Ein großes Problem: Die Regeln sind in Hessen nicht einheitlich. Zum Beispiel dürfe im einen Landkreis ein Notfallsanitäter ein Medikament verabreichen, im anderen nur der Notarzt.
“Es geht um Leben und Tod”
ASB-Geschäftsführer Thomas Müller-Witte aus dem Regionalverband Frankfurt: “Es geht um Leben und Tod. Ich sage immer: I'm your best friend on your worst day. Ich bin dein bester Freund an deinem schlechtesten Tag. Aber es hängt davon ab, was mir erlaubt ist in diesen Situationen zu tun. Das kann von einem Landkreis zum anderen eben unterschiedlich sein.”
Umdenken je nach Landkreis
Die Rettungskräfte sind alle die gleiche dreijährige Ausbildung durchlaufen. Durch die unterschiedlichen Regeln müssen sie aber je nach Landkreis umdenken. Der stellvertretende Landesgeschäftsführer vom DRK Hessen, Michael Rückert, sagt: “Wir brauchen einheitliche Standards, die für alle gleichbindend sind."
Über eine Million Einsätze
Zudem möchten die Hilfsorganisationen, dass sogenannte Gesundheitsleitstellen weiterentwickelt werden. Diese sollen die Patienten gezielt in die richtige Versorgung steuern. Zum Beispiel zum Rettungsdienst, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder der Hausarztpraxis. Das soll die Rettungsdienste entlasten. Über eine Million Einsätze haben die Rettungskräfte in Hessen jährlich.
Gesundheitsministerin kann Forderungen nachvollziehen
Hierzu stehe erst die Notfallreform des Bundes an, sagte Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz im Interview mit HIT RADIO FFH. Diese setze ganz viele Rahmenbedingungen auch für Hessen. Gleichzeitig sei sie mit allen Beteiligten in Hessen im Gespräch.
Maßnahmen schon umgesetzt
An anderen Stellen sei schon gehandelt worden, sagt Stolz. “Dazu gehört, dass wir in Hessen seit diesem Jahr verpflichtende Fortbildungen im Bereich der Kindernotfälle haben, weil wir damit unseren Rettungskräften auch die Sicherheit geben, wenn sie in so einen Einsatz fahren, dass sie wissen, sie sind geschult. Und natürlich ist das auch ein wahnsinnig wichtiges Zeichen an Eltern.”
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