Neues Terminal 3 am Flughafen - So läuft der Test mit 8.000 Komparsen
Es ist die wahrscheinlich größte Generalprobe, die es in Hessen jemals gegeben hat: Insgesamt 8.000 Test-Passagiere werden von Dienstag (27. Januar) an das neue, gigantische Terminal 3 am Frankfurter Flughafen auf Herz und Nieren prüfen.
Dabei soll alles möglichst realitätsnah simuliert werden - um zu sehen, ob und wo es in den Abläufen noch klemmt. Laut Flughafenbetreiber Fraport läuft der Probe-Betrieb ein bisschen wie beim Monopoly: Alle Komparsen erhalten eine Ereigniskarte mit einem Szenario.
Alle haben einen Auftrag
“Das kann zum Beispiel sein, dass man die USA reisen und Sperrgepäck aufgeben will”, erklärt Fraport-Sprecher Andreas Mehring im Gespräch mit unserem Reporter. Der Komparse müsste also eine bestimmte Route durchs Terminal laufen - vom Check In bis zum Gate.
Test ist verpflichtend
Die Komparsen werden Feedback an Fraport geben, was verbessert werden könnte. Für den Betreiber ist ein solcher Test-Betrieb verpflichtend, sagt Mehring. Es gehe nicht nur darum, Sicherheit vor der Inbetriebnahme des Terminals zu gewinnen, sondern auch den internationalen Standards zu entsprechen.
90.000 Bewerber
Insgesamt hatten sich mehr als 90.000 Menschen beworben, um bei dem Test-Betrieb dabei zu sein - deutlich mehr, als Fraport benötigt. “Da waren wir positiv überrascht, das freut uns sehr”, sagt Mehring. Diejenigen, die mitmachen, erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von rund 80 Euro pro Tag.
19 Millionen Passagiere pro Jahr
Nach rund 10 Jahren Bauzeit soll das vier Milliarden Euro teure Terminal 3 Ende April in den Vollbetrieb gehen. Geplant ist, dass mindestens 19 Millionen Passagiere pro Jahr von hier abheben. Quasi alle Airlines, die bisher von Terminal 2 starten, ziehen an den neuen Standort um. Terminal 2 wird dann saniert.
Kritische Stimmen
Das Terminal 3 stößt aber auch auf kritische Stimmen - zu viel Lärm- und Umwelt-Belastung, sagen die einen. Schlicht unnötig, sagen die anderen - schließlich hätten sich die Passagier-Zahlen nach dem Einbruch in der Corona-Pandemie bis heute nicht erholt.