Frust in Dreieich-Buchschlag - So schlimm ist der "Horror-Bahnübergang"
In Dreieich-Buchschlag müssen Autofahrerinnen und Autofahrer oft sehr lange am Bahnübergang warten. Das haben uns mehrere Hörerinnen und Hörer gemeldet. Wie schlimm ist der “Horror-Bahnübergang” wirklich?
Wir haben mit Betroffenen gesprochen und bei der Stadt sowie der Deutschen Bahn nachgefragt.
Eine Stunde am Bahnübergang warten?
Uns haben mehrere Nachrichten von Betroffenen erreicht, die regelmäßig eine halbe Stunde am Bahnübergang in Dreieich-Buchschlag stehen würden. In Extremfällen betrage die Wartezeit sogar eine Stunde. Außergewöhnlich: In dieser Zeit würden teilweise nicht einmal Züge vorbei fahren, schildert unter anderem FFH-Hörerin Vivien Engel.
Zahlreiche Internet-Kommentare zu Bahnübergang
In Facebook-Gruppen sowie auf Google Maps finden sich hunderte negative Kommentare und Bewertungen zum Bahnübergang. Unter den Bewertungen sind sowohl aktuelle als auch einige, die bereits mehrere Jahre alt sind. “Wenn die Schranken heruntergelassen werden und es mindestens 15 Minuten dauert, bis ein Zug vorbeikommt, hat das nichts mit Sicherheit zu tun”, steht in einer Google-Bewertung. Eine weitere Person schreibt: “Stehe seit 45 Minuten hier. Schranke hoch, 5 Autos drüber, Ampel rot”.
Stadt sei nicht zuständig
Die Stadt Dreieich kennt das Problem und erzählt im FFH-Interview, dass der Frust nachvollziehbar sei. Man verfolge Diskussionen dazu im Internet und leite Beschwerden regelmäßig an die Bahn weiter. “Wir können aber keinen Einfluss darauf nehmen, wie die Bahn die Schranke schaltet”, sagt Pressesprecherin Claudia Scheibel.
Bahn spricht von hoher Zugdichte
Die Deutsche Bahn erklärt auf unsere Anfrage, dass die Wartezeiten durch die hohe Zugdichte verursacht werden. Der Bahnübergang wird von Fern-, Güter- und Nahverkehrszügen genutzt. “Im Durchschnitt passieren in den Zeiträumen 7-9 und 16-18 Uhr werktags planmäßig jeweils rund 50 Züge den Bahnübergang Dreieich-Buchschlag”, so ein Bahnsprecher. Im Falle von Umleitungen oder Ausfällen könne die tatsächlichen Zugzahlen abweichen.
Wie wird der Bahnübergang gesteuert?
Bleibt noch die Frage offen, wer beeinflusst, wann die Bahnschranke unten ist. Dazu hieß es, dass die Schrankenanlage des Bahnübergangs zuggesteuert und manuell durch den Fahrdienstleiter Neu-Isenburg eingeschaltet werden. Aber: “In der Regel erfolgt die Einschaltung zuggesteuert, d.h. die Schranke schließt auch nur im Vorfeld einer tatsächlichen Zugdurchfahrt”, so die Bahn weiter. Eine Schließung ohne Zugdurchfahrt könne lediglich im Einzelfall im Rahmen einer Inspektion o.ä. erfolgen.