Psychische Sorgen in Frankfurt - So hilft der Beratungsbus jungen Menschen
In Frankfurt gibt es jetzt einen neuen Beratungsbus für junge Menschen mit Sorgen und Problemen. Er ist in der gesamten Stadt unterwegs, um direkt dort zu helfen, wo sich Jugendliche sowieso aufhalten.
Kostenlos, anonym und spontan - diese drei Eckpfeiler kennzeichnen das neue Angebot des Frankfurter Gesundheitsamts. Denn für einige Menschen, die eigentlich Hilfe suchen, kann die Hürde groß sein, eine offizielle Beratungsstelle aufzusuchen. Andere zweifeln daran, ob sie überhaupt "krank genug“ sind, um Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Genau hier setzt das neue Konzept an.
Unkompliziertes Angebot in gemütlicher Atmosphäre
Der Bus selbst verbreitet eine Wohnzimmer-Atmosphäre, denn das Design wurde gemeinsam mit jungen Menschen erstellt: Eine gemütliche Sitzecke mit Sofas, Tischen und einem Fernseher lädt zum Verweilen ein. Ein separater Raum bietet zudem Platz für vertrauliche Einzelberatungen. Der Bus bringt Beratung und Information direkt zu den Jugendlichen vor Ort - auf Schulhöfe, in Parks oder Jugendzentren. Das Angebot soll dabei ganz bewusst niedrigschwellig sein. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Hilfe kommt angerollt
„Die Stadt sorgt dafür, dass Menschen nicht mehr nach Hilfe suchen müssen – wir bieten sie aktiv an, direkt im Alltag. Das ist eine echte Zeitenwende in der Frankfurter Sozial- und Gesundheitspolitik", freut sich Frankfurts Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl. Betreut wird der Beratungsbus von erfahrenen Psychologen und Sozialarbeitern, die den Jugendlichen Informationsangebote oder einfach ein offenes Ohr bieten. Denn auch bei Jugendlichen seien psychische Probleme weit verbreitet, teilt das Gesundheitsamt mit. Das Ziel der Aktion: Hilfe anbieten, bevor Betroffene zu sehr darunter leiden.
Beratung zu allen möglichen Themen
“Jedes Anliegen wird hier ernst genommen”, sagt Sozialarbeiterin Leonie Hacksteck im FFH-Gespräch. Egal ob Probleme mit Freunden oder im Elternhaus, Orientierungslosigkeit nach einem Schulabschluss oder Mobbing - das Team des Beratungsbusses nimmt sich Zeit für die Sorgen und Probleme. “Hier besteht immer die Möglichkeit für eine Erstberatung. Und dann kann man gemeinsam in Ruhe einschätzen: Hat das schon gereicht oder gibt es weitere Hilfsangebote, an die man vermitteln kann?”, fasst Hacksteck den Ablauf zusammen.
Starke Partner an Bord
Hinter dem mobilen Beratungsangebot stehen neben der Stadt Frankfurt auch die Crespo Foundation und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Gemeinsam wollen sie jungen Menschen helfen, das “Gerümpel im Kopf“ zu sortieren. „Psychische Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, gerade im jungen Erwachsenenalter", sagt Prof. Frank Dievernich von der Stiftung. “Genau deshalb brauchen wir solche präventiven Angebote, um frühzeitig die psychische Gesundheit junger Menschen in Frankfurt zu stärken, bevor sich ernsthafte Erkrankungen manifestieren.”
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