Streit um die Einwohnerzahlen - Neues Gutachten macht Hanau Hoffnung
Für Hanau geht es um richtig viel Geld, aber nicht nur das. Der Streit mit dem Statistischen Landesamt um die Einwohnerzahlen in der Brüder-Grimm-Stadt beschäftigt inzwischen auch ein Gericht.
Ein wissenschaftliches Gutachten im Auftrag der Stadt gibt Hanau jetzt Rückenwind.
Neues Gutachten bemängelt offiziellen Zensus
Großstadt oder nicht: In Hanau geht der Streit um die offizielle Einwohnerzahl weiter. Jetzt hat die Brüder-Grimm-Stadt ein wissenschaftliches Gutachten vorgelegt, das sie selbst mit in Auftrag gegeben hat. Aus dem geht hervor, dass das Statistische Landesamt bei seinem Zensus Fehler gemacht hat.
Verfahren am Verwaltungsgericht in Frankfurt
Beim offiziellen Zensus aus dem Jahr 2022 habe es “erhebliche Defizite” gegeben, erklärt die Stadt. Die jetzt vorgestellte Studie gibt der Stadt Rückenwind in einem laufenden Verfahren am Verwaltungsgericht in Frankfurt. Dort wehrt sich die Stadt mit weiteren hessischen Kommunen gegen den Zensus. Denn der bedeute für alle vor allem eins: Einschnitte.
“Weniger Geld zugunsten der Bevölkerung”
Der fehlende Großstadt-Status bedeute vor allem finanzielle Nachteile, die würden zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger gehen, erklärt Stadträtin Isabelle Hemsley. “Wir haben dann einfach weniger Geld, das wir zugunsten unserer Bevölkerung ausgeben können”, sagte sie zu HIT RADIO FFH.
Laut Zensus unter 100.000 Einwohner
Der Grund: Wieviel Geld vom Land Hessen kommt, hängt auch von amtlich festgelegten Einwohnerzahlen ab. Als Mittelstadt muss Hanau demnach mit bis zu elf Millionen Euro weniger im Haushalt rechnen. Im Jahr 2022 wurde im Rahmen des bundesweiten Zensus eine Einwohnerzahl von 93.000 für Hanau ermittelt. Damit wurde der Wunsch nach dem Großstadt-Status abgelehnt.
Klagen gegen das Landesamt eingereicht
Insgesamt haben 279 hessische Städte und Gemeinden Klage gegen das Landesamt eingereicht, weil sie ebenfalls fehlerhafte Berechnungen ihrer Einwohnerzahlen befürchten. Das Landesamt verteidigt seine Arbeit und betont: die Statistik sei wissenschaftlich korrekt.