Stichwahl-Ergebnis in Hanau - Bieri wird neuer Oberbürgermeister
Die Brüder-Grimm-Stadt wird weiter von einem Sozialdemokraten regiert. Der 35-Jährige läutet einen Generationenwechsel im Rathaus ein.
Jubel bei der SPD: In Hanau hat der Sozialdemokrat Maximilian Bieri die Stichwahl gegen die CDU-Kandidatin Isabelle Hemsley gewonnen und wird als neuer Oberbürgermeister die Geschicke im Rathaus lenken.
Schwache Wahlbeteiligung
Der 35 Jahre alte Bürgermeister erhielt nach vorläufigen Ergebnissen 59,4 Prozent der Stimmen, Stadträtin Hemsley (36) kam auf 40,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 36,3 Prozent. In der ersten Runde vor zwei Wochen lag sie bei 46,3 Prozent.
Bieri spricht von einer "Lebensaufgabe"
"Ich bin erst 35 Jahre alt. Und dieses Amt hier zu übernehmen mit all seinen Herausforderungen in der Zukunft ... ist eine enorme Ehre, vielleicht die Lebensaufgabe für mich persönlich", sagte Bieri nach seinem Sieg. Er wolle für alle Menschen in Hanau da sein - auch für die, die ihn nicht gewählt hätten.
Junge Politikergeneration
Bieri und Hemsley sind beide in Hanau aufgewachsen, gehören einer jungen Generation von Politikern an und sitzen seit 2023 gemeinsam im Magistrat. Bieri ist promovierter Mathematiker und verantwortete bislang als Bürgermeister die Bereiche Bildung, Soziales, Demokratie und Vielfalt sowie das Immobilienmanagement der Stadt. Im Wahlkampf warb er vor allem für mehr bezahlbaren Wohnraum, gleiche Bildungschancen und eine solide Haushaltspolitik.
Nachfolger von Hessens dienstältestem OB
Bieri folgt auf seinen politischen Ziehvater, den langjährigen OB Claus Kaminsky (SPD), der sein Amt vorzeitig zum 30. September niederlegt. Der 66-Jährige, Hessens dienstältester Oberbürgermeister, stand mehr als zwei Jahrzehnte an der Spitze der Stadt.
Engagierter Wahlkampfendspurt
Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen kam Bieri auf 48,1 Prozent der Stimmen und verfehlte damit einen Sieg denkbar knapp. Hemsley schaffte es trotz eines engagierten Wahlkampfendspurts nicht, das Ruder herumzureißen und ihrem Konkurrenten die nötige Stimmenzahl abzujagen.
Hemsley lässt eigene Zukunft teilweise offen
Der Wahlkampf zwischen den beiden verlief fair und respektvoll, wie Bieri und Hemsley am Wahlabend gemeinsam hervorhoben. Hemsley erklärte, dass ihre Amtszeit als gewählte Stadträtin bis 2029 laufe. Alles andere werde sich zeigen.
Nach dem anstrengenden Wahlkampf werden Bieri und Hemsley jetzt erst einmal Urlaub machen. Noch-OB Kaminsky hat angekündigt, er werde in der Zeit "die Stallwache übernehmen".
In der Wahl zur neuen Stadtverordnetenversammlung hatte die SPD rund 31,3 Prozent der Stimmen errungen und die CDU 29,0 Prozent. Damit könnten beide Parteien ihre bisherige Rathauskoalition bequem fortsetzen. Bislang war auch die FDP an dem Bündnis beteiligt. Sie war bei der Kommunalwahl am 15. März auf 3,8 Prozent der Stimmen gekommen.