OB-Wahl in Hanau - Das sind die sechs Kandidierenden
In Hanau neigt sich eine Ära dem Ende zu: Seit fast 23 Jahren ist Claus Kaminsky (SPD) Oberbürgermeister der Brüder-Grimm-Stadt - jetzt wird der Nachfolger oder die Nachfolgerin gewählt.
Wenn die Hanauerinnen und Hanauer am 15. März ins Wahlbüro gehen, machen sie nicht nur ihre Kreuzchen bei der Kommunalwahl - sie entscheiden auch darüber, wer ihr neues Stadtoberhaupt werden soll.
Große Fußstapfen
Klar ist schon jetzt: Die Fußstapfen sind groß. Claus Kaminsky hat sich in über zwei Jahrzehnten als Amtsträger überparteilich viel Anerkennung erarbeitet. Fußball-Legende Rudi Völler, der Ehrenbürger von Hanau ist, sagt im Gespräch mit unserem Reporter: “Er hat viele Jahre die Politik bestimmt. Ich wünsche ihm alles Gute.”
Sechs Kandidierende
Insgesamt stehen sechs Kandidierende zur Wahl: Die wohl etabliertesten sind der amtierende Bürgermeister Maximilian Bieri von der SPD und die jetzige Stadträtin Isabelle Hemsley von der CDU.
Was bewegt die Menschen?
Richtig große Streitpunkte gibt es im OB-Wahlkampf nicht. Unsere FFH-Reporterin hat sich in Hanau umgehört, was die Menschen bewegt. Ihr Eindruck: Die Bürgerinnen und Bürger wollen vor allem eine lebendige Innenstadt, sauberere Straßen und ein neues Stadtoberhaupt, das auch auf die Bedürfnisse der Stadtteile eingeht.
Stichwahl möglich
Eine mögliche Stichwahl würde zwei Wochen später, also am 29. März stattfinden.
Die Kandidierenden
Maximilian Bieri (SPD)
Der 35-Jährige ist seit 2023 Bürgermeister. Bieri hat die deutsche und die schweizerische Staatsbürgerschaft, weil sein Vater aus der Schweiz kommt. Er ist in Hanau-Steinheim aufgewachsen und hat Mathe studiert. Bieri sagt, er stehe für soziale Verantwortung, moderne Verwaltung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Isabelle Hemsley (CDU)
Hemsley ist hauptamtliche Stadträtin und ebenfalls seit 2023 im Amt. Die 36-Jährige ist in Großauheim und der Innenstadt groß geworden, hat vor ihrer politischen Tätigkeit als “Head of Learning & Training” bei Continental gearbeitet und dort laut eigener Aussage gelernt, “wie Wandel gestaltet” wird. Ihre Ziele: Sicherheit, Familien stärken und Stadtentwicklung.
Sascha Feldes (Grüne)
Feldes ist gebürtiger Wiesbadener und vielen als langjähriger Ortsvorsteher von Klein-Auheim bekannt - ein Amt, das er seit 2011 innehat. Der 52-Jährige hat in der Hotel-Branche auf drei verschiedenen Kontinenten gearbeitet und ist heute “Travel Manager” bei der Deutschen Bahn. Sein Slogan: “Starke Stadtteile für eine starke Stadt.”
Henning Statz (FDP)
Er ist 1974 in Hanau geboren und bringt - wie er sagt - Erfahrung aus mehr als 20 Jahren Selbstständigkeit als Unternehmer mit. Statz ist Parteivorsitzender und Fraktionschef der FDP. Sein Fokus liegt auf der Wirtschaft: Statz ist “überzeugt, dass wir selbstbewusst in einen Wettbewerb um Bürger und Unternehmen gehen müssen.”
Jochen Dohn (Linke)
Dohn ist ein echtes Urgestein der Hanauer Stadtverordnetenversammlung. Vor 24 Jahren zog er erstmals ins Parlament - damals noch für die Grünen. Heute ist er Chef von “Die Fraktion” - einem Zusammenschluss aus den Linken und “Die Partei”. Der 53-Jährige möchte als OB unter anderem mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen.
Khurrem Akhtar (Die Gerechtigkeitspartei)
Er ist der Außenseiter: Akhtar, 49 Jahre alt, wohnt in Rodenbach und hat vor drei Jahren bereits bei der OB-Wahl in Frankfurt kandidiert - holte dabei rund 850 Stimmen. Er wolle Hanau zu einer KI- und IT-Hochburg machen, sagte Akhtar in einem Interview mit der Offenbach Post.