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Sportförderung Hessen: 130 Millionen Euro für Sportstätten

Das müssen Vereine wissen - Hessen fördert Sport mit Sondervermögen

Das ist ein Rekord: Das Land Hessen investiert in diesem Jahr so viel Geld in den Sport wie noch nie zuvor. Das soll vor allem hessischen Sportvereinen, die Hallen oder Plätze renovieren wollen, zugutekommen.

Sportministerin Diana Stolz (CDU) hat am Freitag die Zahlen präsentiert - und unmissverständlich klar gemacht: „Wir kleckern nicht, wir klotzen." Gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen wurde das neue Förderprogramm vorgestellt.

Rekord-Sporthaushalt: Die Zahlen

Der Sporthaushalt des Landes ist auf 35,6 Millionen Euro gestiegen - fast 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu kommt ein neues „Sondervermögen Sport": 130 Millionen Euro zusätzlich, die über zwölf Jahre in hessische Sportstätten fließen sollen. 

Hierher kommen die Gelder

Die Mittel stammen aus dem Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung. Hessen hat in Berlin hart dafür gekämpft, dass der Sport bei der Verteilung überhaupt berücksichtigt wird. Stolz nennt das einen „kräftigen Modernisierungsschub". Jeder dritte Hesse ist Mitglied in einem Sportverein - der Sport ist damit die größte bürgerschaftliche Bewegung im Land und steht als Staatsziel ausdrücklich in der hessischen Verfassung.

Stolz zu FFH: "Wir erhöhen den prozentualen Anteil der Landesförderung."

Hessens Sportministerin Diana Stolz erklärt am FFH-Mikro den neuen Finanzrahmen der Sportförderung.

© HIT RADIO FFH

Maximalförderung steigt auf eine Million Euro

Das spürbarste Plus gibt es beim Programm „Vereinseigener Sportstättenbau". Die bisherige Maximalförderung steigt von 200.000 Euro auf eine Million Euro. Gleichzeitig klettert die Förderquote von 20 auf 35 Prozent. Stolz: „Das Geld fließt jetzt in die Hallen und Plätze. Damit fördern wir den Sport, die Gemeinschaft und wir investieren in die Gesundheit." Möglich werden damit auch kostenintensive Sanierungen oder sogar Neubauten von Sporthallen - Projekte, die bislang schlicht zu teuer waren, um in die Förderung zu kommen. 

Schwimmbäder: Weiter über SWIM+ gefördert

Schwimmbäder sind aus dem neuen Programm bewusst ausgeklammert. Sie werden weiterhin gesondert über das Förderprogramm „SWIM+" finanziert, das sich speziell um die Sanierung der teuersten Sportstätten kümmert. In den letzten Jahren wurden in Hessen bereits über 50 Maßnahmen bei Schwimmbädern durchgeführt. Das neue Sondervermögen konzentriert sich damit auf alle anderen Vereinssportstätten.

Kuhlmann zu FFH: "Die drängendsten Probleme angehen"

Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbundes Hessen, stellt am FFH-Mikro klar, wofür das Geld nun genutzt werden soll.

© HIT RADIO FFH

Sanierungsstau: Über 2 Milliarden Euro fehlen

Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, hat der Landessportbund Hessen im Vorfeld ermittelt: Rund zwei Milliarden Euro Sanierungsstau bei den Sportstätten im Land - die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. LSB-Präsidentin Juliane Kuhlmann stellt die Dringlichkeit dar: „In den Sportstätten schlägt oftmals das Herz des Vereins." Dort kommt man zusammen, macht Sport, erlebt Gemeinschaft. Wenn Hallen gesperrt oder marode sind, trifft das nicht nur den Trainingsbetrieb - sondern das Vereinsleben insgesamt.

LSB: „Im politischen Wiesbaden gehört worden"

Der Landessportbund hatte im Vorfeld gefordert, mindestens zehn Prozent des Landesanteils am Sondervermögen für den Sport zu reservieren. Die Forderung wurde erfüllt. „Im politischen Wiesbaden sind wir gehört worden", sagt Kuhlmann - und wertet das als wichtiges Signal dafür, dass Sport in Hessen als ernstes Politikfeld behandelt wird.

So beantragen Vereine die neue Förderung

Anträge können ab sofort gestellt werden. Auch die im letzten Herbst eingereichten Projekte werden berücksichtigt. Zuständig sind zunächst die Landkreise und kreisfreien Städte: Dort werden die Anträge eingereicht, vor Ort priorisiert und anschließend ans Land weitergeleitet. So soll sichergestellt werden, dass die Entscheidung darüber, welche Projekte am dringendsten sind, nicht zentral in Wiesbaden fällt - sondern dort, wo der Bedarf bekannt ist.

Ministerin Stolz im FFH-Interview: "So können wir richtig ordentlich in den Sport investieren."

Hessens Sportministerin im Gespräch mit FFH-Reporter David Bücker.

Kuhlmann: "Wir brauchen funktionierende Sportstätten."

LSBH-Präsidentin Juliane Kuhlmann am FFH-Mikrofon mit einem klaren Appell in Sachen Sportförderung.

© HIT RADIO FFH

“Campus Sportdeutschland” im Frankfurter Stadtwald

Neben der Breitenförderung plant die Landesregierung zwei weitere Bausteine. Erstens sollen herausgehobene Maßnahmen des Leistungssports gezielt aus dem Sondervermögen gefördert werden. Zweitens soll im Frankfurter Stadtwald ein „Campus Sportdeutschland" entstehen. Rund um die Otto-Fleck-Schneise, wo heute bereits der Deutsche Turnerbund, der Landessportbund Hessen und zahlreiche weitere Sportverbände ihren Sitz haben, soll ein modernes Leistungssportzentrum entstehen: mit neuen Trainingsstätten, einem gesamtheitlichen Konzept für die bisher einzeln existierenden Verbände und einem neu gebauten Sportinternat für Nachwuchsleistungssportler. 

Die Vision: Olympiasieger aus Hessen

Ministerin Stolz hat eine klare Vorstellung davon, wohin das alles langfristig führen soll - auch wenn Hessen bei einer möglichen Olympia-Bewerbung Deutschlands nicht als Austragungsort im Vordergrund steht: „Unsere Vision ist, dass die Olympiasiegerinnen und Sieger dann aus Hessen kommen."

© FFH / Bücker

Andrea Jürgens (r.) vom Deutschen Architekturmuseum gibt der LSBH-Präsidentin (l.) und der Sportministerin (2.v.l.) einen Einblick in die Ausstellung “Die Stadt ist der Sport”.

Ausstellung im DAM Frankfurt: „Die Stadt ist der Sport"

Die Pressekonferenz fand bewusst in diesem Rahmen statt: im Deutschen Architekturmuseum (DAM) am Schaumainkai in Frankfurt, wo seit Februar die Ausstellung „Die Stadt ist der Sport - Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa" zu sehen ist. Gedanke hinter der Ausstellung: zwölf europäische Projekte, die zeigen, wie Sport und Bewegung in den Stadtraum integriert werden können - von urbanen Fußballfeldern über Flussuferparks bis zu Schulhöfen, die sich dem Quartier öffnen. Besucher können selbst aktiv werden: Calisthenics-Geräte, eine Cross-Cricket-Station und eine Kegelbahn stehen bereit. Die Ausstellung läuft noch bis zum 7. Juni - also nur noch wenige Tage.

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