Mehr Sicherheit in der Bahn - Zugbegleiter bekommen Stichschutzwesten
Noch mehr Schutz für Zugbegleiter der Deutschen Bahn Regio: Verbesserte Bodycams, Trainings und ein neues Konzept mit mehr Personal. Die neuen Maßnahmen hat die DB Regio in Frankfurt heute mitgeteilt.
Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar in einer Regionalbahn in der Westpfalz bei einer Ticketkontrolle hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Seitdem arbeitet die Bahn daran, die Sicherheit für Beschäftigte und Fahrgäste zu erhöhen.
Stichfeste Schutzweste
“Angst hat in unseren Zügen keinen Platz”, betont Harmen van Zijdervel vom Bahnvorstand. So wird die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeiter künftig um hieb- und stichfeste Westen erweitert. Ab Juli sind erste Trageversuche geplant. Auch testet die Bahn jetzt zwei neue Modelle.
Nicht mehr alleine unterwegs
Denn die Mitarbeiter sollen nicht mehr alleine unterwegs sein. Sie sind entweder zu zweit oder mit einem Sicherheitspersonal an Board. So sollen sich die Zugbegleiter bei Kontrollen und in schwierigen Situationen besser absichern können. Welche Lösung eingesetzt wird, hängt laut Bahn von der Lage ab.
Großveranstaltungen und Alkohol
Bei Großveranstaltungen oder wenn viel Alkohol im Spiel ist, sei ein Sicherheitsteam besonders sinnvoll. Auf stark ausgelasteten, aber eher ruhigen Verbindungen könnten dagegen zwei Kundenbetreuer besser passen.
Mehr Bahnmitarbeiter tragen Bodycams
Auch beim Einsatz von Bodycams sieht die Bahn Fortschritte. Immer mehr Mitarbeiter nutzen sie. Bisher durfte mit den Bodycams kein Ton aufgezeichnet werden. Ab Herbst wird sich das voraussichtlich ändern: Neben der leichteren Aufklärung von Straftaten soll hierdurch auch die präventive Wirkung der Bodycams verbessert werden.
Neue Bodycams und KI
Geplant sind auch weitere technische Maßnahmen. Ab Sommer soll beim Auslösen eines Notrufs automatisch die Bodycam eingeschaltet werden. Außerdem will die Bahn Künstliche Intelligenz stärker nutzen, um auffällige Situationen auf Videobildern schneller zu erkennen und Leitstellen frühzeitig zu warnen.
Weniger Übergriffe bundesweit
Laut van Zijderveld ist die Zahl der Übergriffe bei DB Regio im Jahr 2025 bundesweit um sieben Prozent gesunken. In der Region Mitte sind die Zahlen allerdings um 15 Prozent gestiegen. Das hänge stark von den jeweiligen Strecken und Einsatzorten ab, also etwa davon, ob Züge eher in Ballungsräumen oder auf dem Land unterwegs sind.