Gold weg nach Polizei-Fake - Wie Betrüger in Gelnhausen zuschlagen
Ein falscher Polizist hat in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) zwei Menschen um Schmuck und Gold im Wert von mehreren zehntausend Euro gebracht.
Der Betrüger nutzte eine angebliche Gefahrenlage am Telefon als Vorwand, um die Wertsachen der Opfer "in Sicherheit" zu bringen. Die echte Polizei sucht nun nach Zeugen.
Am Telefon meldete sich laut Polizei ein Mann, der sich als Beamter ausgab. Er spiegelte den Angerufenen vor, dass die Polizei ihr Hab und Gut vorübergehend sichern müsse. Ein Kollege werde die Gegenstände in Kürze entgegennehmen.
Erste Übergabe auf der Straße
Wenig später erschien den Angaben zufolge tatsächlich ein junger Mann am vereinbarten Treffpunkt im Godobertusweg. Er nahm zunächst den Schmuck entgegen und entfernte sich anschließend zu Fuß.
Täter setzen Opfer weiter unter Druck
Damit war die Tat jedoch noch nicht beendet: In weiteren Telefonaten bauten die Betrüger massiven Druck auf die Geschädigten auf. Das führte laut Kriminalpolizei dazu, dass die Opfer noch mehr Wertgegenstände herausgaben.
Goldbarren und Münzen erbeutet
Bei einem zweiten Treffen händigten sie dem unbekannten Abholer unter anderem einen Goldbarren und mehrere Goldmünzen aus. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro.
Kriminalpolizei sucht 20-Jährigen
Der Abholer soll etwa 20 Jahre alt sein, dunkle, kurze Haare haben und einen leicht gebräunten Teint. Er sprach laut Polizei akzentfreies Deutsch. Wer im Bereich des Godobertuswegs in Gelnhausen verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich bei der Kriminalpolizei in Hanau melden (Tel. 06181/100-123).
Warnung vor fieser Masche
Die echten Beamtinnen und Beamten betonen in diesem Zusammenhang erneut:
- Die Polizei nimmt niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung entgegen
- Am Telefon keine Auskünfte über Vermögenswerte oder vorhandene Wertgegenstände geben
- Nicht unter Druck setzen lassen und verdächtige Gespräche beenden
- Im Zweifel selbst die 110 anrufen oder sich an eine Polizeidienststelle wenden
- Niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen übergeben
- Bei verdächtigen Anrufen Angehörige oder Vertrauenspersonen informieren und über die Forderungen der Anrufer sprechen