Fäkalien nach Millioneninvest - Vandalismus auf Sportplätzen in Dreieich
Die Stadt Dreieich steckt mehrere Millionen Euro in ihre Sportanlagen - und kämpft gleichzeitig täglich gegen Vermüllung, Vandalismus und Schlimmeres. Auf einem Platz an der Maybachstraße zerstörten Unbekannte das Häuschen mit der Beregnungstechnik, auf einer anderen Anlage fand die Stadt sogar menschliche Fäkalien.
HIT RADIO FFH hat sich vor Ort umgehört: bei der städtischen Sportkoordinatorin, dem Ersten Stadtrat und einem Platzwart. Die Verwaltung richtet jetzt einen öffentlichen Appell an die Vereine - die sich aber zu Unrecht angesprochen fühlen - auch hier haben wir mit einem Vertreter gesprochen.
Stadt investierte Millionensummen
Neben den 2,5 Millionen Euro Investitionen in den vergangenen zwölf Monaten gibt die Stadt jährlich weitere 750.000 Euro für Pflege und Unterhaltung der Sportanlagen aus. Diese stehen den Vereinen kostenlos zur Verfügung. Umso ärgerlicher ist, dass Kunstrasenplätze mit Zweirädern befahren werden, Schlösser und Ketten regelmäßig verschwinden und illegal Sperrmüll abgestellt wird, so eine Mitteilung der Stadt.
Was die Platzwarte täglich finden
Peter Reiser vom Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg ist seit März Platzwart an der Maybachstraße in Dreieich. Er findet morgens leere Flaschen, Essensreste oder blutige Mullbinden auf dem Rasen. „Heute Morgen habe ich schon schlucken müssen", sagt er gegenüber HIT RADIO FFH. Auf einer anderen Anlage wurden durch einen Kollegen sogar menschliche Fäkalien gefunden. Die Stadt habe dort inzwischen einen Bewegungsmelder installiert - und hofft auf Besserung.
Zerstörte Technik, Graffiti, E-Scooter
An der Maybachstraße haben Unbekannte das Häuschen mit der Beregnungsanlage demoliert - „einfach mutwillig, ohne irgendeinen erkennbaren Sinn", sagt Erster Stadtrat Holger Dechert am FFH-Mikrofon. In Götzenhain, so berichtet Robin Wanzke vom ortsansässigen Verein, waren Jugendliche mit E-Scootern auf dem nagelneuen Kunstrasen unterwegs. Die SG Götzenhain hat inzwischen einen Bauzaun aufgestellt. Ein neuer Trainingswall, zwei Monate alt, wurde bereits mit Graffiti besprüht. „Ich verstehe sowas nicht", sagt Wanzke im Gespräch mit HIT RADIO FFH.
„Die Stadt muss es machen. Die Stadt muss es richten."
Sportkoordinatorin Lisa Geyer rechnet vor: dreiviertel Million Euro Pflegekosten pro Jahr, dazu Millionen für Investitionen. „Das wird nicht günstiger werden." Holger Dechert sieht das Kernproblem bei den Vereinen: „Hier haben wir mehrere Vereine, die machen, was sie wollen, und wissen: Die Stadt ist zuständig. Die Stadt muss es machen. Die Stadt muss es richten."
Vereine widersprechen: „Das finde ich nicht in Ordnung"
Robin Wanzke von der SG Götzenhain weist das im FFH-Gespräch zurück. „Wir versuchen schon viel, gerade wir in Götzenhain - wir geben echt viel Acht darauf, dass der Platz nicht vermüllt." Seinen Wunsch formuliert er klar: eine gemeinsame Sitzung aller Vereine mit der Stadt, um eine klare Linie zu finden.
Wie geht es weiter?
Als nächsten Schritt prüft die Stadt Videoüberwachung auf den Geländen. Ob die kostenlose Nutzung der Anlagen dauerhaft so bleibt, sei „eine politische Entscheidung", so Geyer. Dechert appelliert derweil an alle Bürger: Wer etwas sieht, soll eingreifen - „und nicht immer nur hinterher: Ich hab da was gesehen, ich weiß da was."