180 km für den guten Zweck - Eschweger läuft 24 Stunden um Werratalsee
Max Eckert ist 21 Jahre alt, kommt aus Eschwege - und hat sich ein Ziel gesetzt, das die meisten von uns schon beim Lesen müde macht: 180 Kilometer in 24 Stunden. Nonstop. Für Menschen, die Hilfe brauchen.
Am Samstag, 15. August, startet der 21-jährige Eschweger um 8 Uhr morgens nach dem Startschuss von Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl und läuft 24 Stunden lang rund um den Werratalsee, einen der größten hessischen Baggerseen. Bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr. Immer wieder dieselbe Runde: 7,5 Kilometer, rund um den See, ohne aufzuhören.
Laufen, bis der Akku leer ist
Sein Ziel: 180 Kilometer. Wer schon mal einen Halbmarathon gelaufen ist, weiß, wie sich das anfühlt. Max plant das Siebeneinhalb-fache davon - an einem einzigen Tag. Seit Max Eckert sein Projekt auf Instagram gepostet hat, ist die Reaktion gewaltig: Hunderttausende Aufrufe in wenigen Tagen.
Wochenlange Vorbereitung
„Ich habe schon ein bisschen Schiss bekommen, als es dann so durch die Decke gegangen ist", sagt er im Gespräch mit HIT RADIO FFH. „Ich hatte eine ziemlich große Klappe im Internet - und auf einmal habe ich mich überall in jeder Story gesehen." Sein Fazit: „Ich bin so gut im Training. Ich packe das."
„Ich möchte euch helfen - und ich habe eine Idee"
Der Antrieb hinter dem Projekt ist Eschwege Hilft! e.V. Der Verein unter den Vorsitzenden Frank Daumann und Karl Montag unterstützt Menschen, die - wie Max es selbst sagt - „nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen". Als Max die Räume des Vereins besucht hat, war er tief beeindruckt. Kurz danach stand sein Plan fest. “Ich möchte mich mit dem, was ich ohnehin tue, bei euch einbringen" - und das geht optimalerweise mit einem Spendenlauf.
Ultraläufer-Szene gehypt
Die Idee kam Max beim Beobachten der deutschsprachigen Ultraläufer-Szene. Vorbilder wie Arda Saatçi, der dieses Jahr 605 Kilometer vom Death Valley bis nach Los Angeles lief, haben ihn angesteckt. „Warum kann man diese krasse Aufmerksamkeit, die gerade auf den ganzen Ultraläufern liegt, nicht auch mal auf eine gute Organisation hier in der Nähe rüberswitchen?", fragt er. „Und dann habe ich mich für Eschwege hilft entschieden."
Sportler durch und durch
Max ist kein Unbekannter in der Eschweger Sportszene - neben seiner Ausbildung zum Elektroniker ist er Trainer in einem Fitnessstudio und engagiert sich zusätzlich im Wasserski- und Segelclub am Werratalsee sowie im Eschweger Ruderverein.
Mitlaufen, anfeuern, spenden - alle sind eingeladen
Für den 15. August hofft Max auf möglichst viele Mitläufer und Unterstützer am Werratalsee. Wer mag, kann eine Runde mitlaufen, am Streckenrand anfeuern - oder einfach spenden. Einzelne Runden lassen sich genauso sponsern wie der gesamte Lauf.
Die größte Herausforderung: die Nacht
Am Anfang will Max Tempo machen und Zeit herausarbeiten - denn das Schlimmste kommt später. „Vor der Nacht habe ich am meisten Angst - wegen Müdigkeit." Schlafen ist trotzdem nicht eingeplant. Klipp und klar sagt er auf FFH-Nachfrage: „Gar nicht."
Seit 2015 für Menschen in Not: Was ist Eschwege hilft?
Eschwege hilft! e.V. unterstützt seit 2015 Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen - mit Sachspenden, aber auch mit mehr als 30 Lkw-Transporten in die Ukraine und Hilfe nach dem Erdbeben in der Türkei. Als Max die Vereinsräume besuchte, war er beeindruckt: „Jeder, der Hilfe braucht, wird davon unterstützt. Da muss ich was für euch tun."
„Schon war der unser Mann"
Vereins-Vorsitzender Charly Montag über den ersten Besuch: „Max stand vor der Tür, hat gelächelt - und schon war der unser Mann." Mitvorsitzender Franky Daumann fährt seitdem täglich mit dem Fahrrad Runden am See. Sein Blutzuckerwert ist gesunken. „Wenn du nicht mehr rennen kannst, laufe. Wenn du nicht mehr laufen kannst, geh - aber verdammt nochmal, mach irgendwas!"