Mini-Knast auf Rädern - So läuft ein Gefangenentransport ab
Wenn Häftlinge von einer JVA in eine andere verlegt werden, fahren sie nicht mit dem Auto. Dafür gibt es in Hessen hochsichere Gefangenensammeltransporter. Guten Morgen, Hessen-Reporter Daniel Granitzny hat so einen begleitet.
Von der JVA Frankfurt-Preungesheim bis nach Weiterstadt ist unser Reporter an Board des Transporters mitgefahren. Ausgestattet mit einer Sicherheitswest und in Begltung von Transportleiter Alexaner Seipp gab's spannende Einblicke in ein ganz besonderes Fahrzeug.
Nicht wie in Hollywood
Wer den ein oder anderen Hollywoodfilm geschaut hat, wird eine bestimmte Vorstellung haben, wie so ein Transporter aussehen sollte. Die Realität ist anders. Beim Einsteigen in den Transportbus blickt man zunächst in einen langen schmalen Gang. An Stelle der Sitzreihen, wie sie in regulären Bussen zu erwarten sind, gibt es links und rechts viele Türen, hinter denen sich kleine Einzelkabinen befinden, in denen die Gefangenen zur nächsten JVA transportiert werden.
Logistische Meisterleistung
Nicht nur Guten Morgen, Hessen-Reporter Daniel Granitzny ist an diesem Morgen auf der Tour dabei. Auch Hessens Justizminister begleitet den Transport nach Weiterstadt und nimmt sich Zeit für ein kurzes Gespräch: “Das ist eine logstiche Meistereistung, die unsere JVA-Bediensteten hier leisten. Wir haben echte Profis am Werk”, so der Minister. Besonders wichtig sei, bei den Transporten unerlaubte Kontakte nach außen zu vermeiden.
Fahrzeuge fahren auf festen Routen durch ganz Hessen
10.000 bis 12.000 Gefangene werden pro Jahr durch ganz Hessen transportiert. Die häufigsten Gründe dafür sind Gerichtstermine oder die Verlegung in ein anderes Gefängnis. “Wir fahren immer auf festen Routen nach einem Fahrplan”, berichtet Transportleiter Seipp am FFH-Mikro. Teilweise führten die Touren auch in benachbarte Bundesländer. An verschiedenen JVAs werde dann Station gemacht, um Häftlnge ein- oder auszuladen.
Sicherheit geht vor
Ein Gefangenensammeltransport wird meist von vier Justizvollzugsbeamten begleitet und kann zwischen 20 und 25 Gefangen aufnehmen. Hat man da nicht auch mal ein muliiges Gefühl, mt teils gefährlichen Verbrechern über die Straßen zu fahren? - Nein, meint Seipp im FFH-Gespräch. “Wr können uns als Team aufeindander verlassen. In all den Jahren ist noch nichts vorgefallen”, berichtet er.
Transport braucht starke Blasen
Trotzdem kommt es auf Transporten auch mal zu kuriosen Situationen, denn Toilettenpausen sind kein Teil der Fahrt. Transportleiter Seipp erklärt unserem Reporter: "Es kommt vor, dass die dann klopfen, dann wissen wir bescheid. Ein Toilettengang ist aber leider nur in der nächsten Anstalt möglich." Also lieber vor dem Einsteigen nochmal auf die Toilettte.