Sperrgebiet neben Fußballplatz - Wie Maintaler Kicker ihre Bälle verlieren
Ein zu weit geschossener Ball ist auf vielen Fußballplätzen nur ärgerlich - am Kewa-Sportplatz in Wachenbuchen ist er inzwischen oft schlicht verloren. Denn wer den Ball ins angrenzende Waldstück jagt, darf ihn nicht mehr zurückholen. Grund ist ein erweitertes Sperrgebiet wegen möglicher Kampfmittel im Wachenbucher Wald.
Der Trainings- und Spielbetrieb kann dort zwar weiterlaufen - auf dem Platz selbst besteht keinerlei Gefahr, betont die Stadt nach Untersuchungen. Doch die kuriose Folge für den Fußballalltag ist: Schon dutzende Bälle sind weg, allein bei den Spielen am vergangenen Sonntag verschwanden 15, sagt Vorstandsmitglied Rebecca Lautenschläger unserem Reporter.
Sperrzone grenzt direkt an Sportplatz an
Was zunächst skurril klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Nach Angaben der Stadt gibt es Hinweise darauf, dass Reste einer gezielten Sprengung von Kampfmitteln aus der Nachkriegszeit weiter verstreut sein könnten als bislang angenommen. Deshalb wurde das Betretungsverbot ausgeweitet. Neben einem Gebiet nordwestlich der Kreisstraße 872 zwischen Wachenbuchen und Hohe Tanne gehört nun auch ein Waldstück nordöstlich davon zur Sperrzone - unmittelbar angrenzend an den Sportplatz.
Training wird angepasst
Für den Verein hat das ganz praktische Auswirkungen. Aus Sicherheitsgründen dürfen Spielerinnen, Spieler und Gäste das Gelände dort unter keinen Umständen betreten.
Die neue Realität am Spielfeldrand führt inzwischen auch zu Veränderungen im Trainingsalltag. Die Mannschaften passen ihr Training bereits an und verlegen Übungen gezielt auf die Bereiche des Platzes, an denen die Gefahr geringer ist, dass Bälle in Richtung Sperrgebiet fliegen.
Es drohen hohe Strafen
Die Stadt Maintal steht nach eigenen Angaben im Austausch mit dem Sportverein. Zusätzlich wurden auf dem Vereinsgelände Hinweisschilder angebracht, die auf das Betretungsverbot des angrenzenden Waldstücks aufmerksam machen.
Die Stadt verweist darauf, dass die Absperrungen und Warnhinweise unbedingt beachtet werden müssen. Wer die gesperrten Flächen trotzdem betritt, muss mit einem Zwangsgeld von 1.000 Euro rechnen.
Sperrgebiet wird noch eine Weile bleiben
Beim nächsten Einsatz des Kampfmittelräumdienstes, der voraussichtlich Anfang kommenden Jahres stattfinden soll, soll das Waldstück rund um den Sportplatz priorisiert bearbeitet werden. Ziel ist es, die betroffenen Flächen möglichst schnell wieder freizugeben.
Bis dahin gilt am Rand des Kewa-Sportplatzes eine Regel, die im Amateurfußball wohl selten sein dürfte: Geht der Ball zu weit nach draußen, ist er nicht nur im Aus - sondern erst einmal ganz verloren.