Zoff um Heizkosten in Frankfurt - Mainova zahlt Mietern Geld zurück
Hunderte Mieterinnen und Mieter in Frankfurt bekommen bald Post von ihrem Energieversorger - und zwar mit richtig guten Nachrichten: Mainova zahlt ihnen einen Teil ihrer Heizkosten zurück, ganz ohne dass sie selbst einen Antrag stellen müssen.
Betroffen sind laut Mainova-Stellungnahme, die HIT RADIO FFH vorliegt, rund 1.500 Wohneinheiten in 50 Liegenschaften in Frankfurt. Der Energieversorger kürzt die Heizkostenabrechnung pauschal um 15 Prozent - und zwar "proaktiv", also ohne dass Kundinnen und Kunden selbst aktiv werden müssen. Die Rückzahlungen betreffen die Abrechnungszeiträume 2022 bis 2026/2027.
Fehlende Zähler als Auslöser
Grund ist ein Formfehler: In den Gebäuden fehlten Wärmemengenzähler, die seit der HKVO-Novelle 2009 für die Erfassung des Warmwasser-Anteils vorgeschrieben sind. Mainova spricht von "leider nicht mehr nachvollziehbaren Gründen" für das Fehlen. Ohne die Zähler greift automatisch das gesetzliche Kürzungsrecht von 15 Prozent.
Linke: "Links wirkt"
Die Frankfurter Linke sieht die Rückzahlung als Erfolg ihrer eigenen Arbeit. Wohnungspolitischer Sprecher Deniz Avan erklärte, die Entscheidung sei "keine Wohltat der Mainova", sondern Ergebnis "monatelangen Drucks von unten". Verantwortlich sei die "Mietenkampagne 069", die seit fast einem Jahr in Hausen, Bornheim und Griesheim Haustürgespräche führt und Abrechnungen prüft. Allein in der Langweidenstraße in Hausen könnten laut Linke rund 250 Mieterinnen und Mieter profitieren.
Mainova habe keinen Vorteil daraus gezogen
Der Energieversorger betont zudem, die gelieferte Wärmemenge sei stets korrekt abgerechnet worden - nur die Aufteilung zwischen Heizung und Warmwasser habe nicht den Vorgaben entsprochen. Einen wirtschaftlichen Vorteil habe man daraus nicht gezogen, Mainova bedauere aber die entstandenen Unklarheiten.
Service: So läuft die Auszahlung
Die Gutschriften kommen laut Mainova in Kürze. Bei hinterlegter Bankverbindung erfolgt die Auszahlung automatisch, sonst wird sie in der nächsten Abrechnung berücksichtigt. Offene Nachzahlungen werden direkt verrechnet. Die fehlenden Zähler sollen bis Ende 2026 komplett nachgerüstet sein.