CEO-Fraud in Hanau - Mann verliert fast 500.000 Euro
Ein Klick, eine Überweisung - und fast eine halbe Million Euro weg: Ein Firmeninhaber aus Hanau ist Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden und hat beinahe sein gesamtes Firmenvermögen an Kriminelle im Ausland verloren.
Wie die Polizei mitteilt, wurde der Unternehmer durch gefälschte E-Mails dazu gebracht, einen sechsstelligen Betrag auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Die Ermittler nehmen den Fall zum Anlass, erneut vor der sogenannten "CEO-Fraud"-Masche zu warnen.
Falscher Kaufinteressent meldet sich
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde der Firmeninhaber zunächst von einem Mann kontaktiert. Dieser gab vor, selbst Geschäftsinhaber zu sein und einen Kauf tätigen zu wollen.
Vertrauen über mehrere Tage aufgebaut
Daraus entwickelte sich eine über mehrere Tage aufgebaute Geschäftsbeziehung. Beteiligt waren der Hanauer, der vermeintliche Käufer und ein angeblicher Rechtsanwalt. Am Ende davon stand eine Überweisung von nahezu einer halben Million Euro. Das Geld ging auf ein Konto in England.
Verdacht kam rechtzeitig
Erst bei einer späteren Überprüfung bemerkte der Firmeninhaber Unstimmigkeiten und schöpfte Verdacht. Am Dienstag informierte er die Polizei und erstattete Anzeige. Nach aktuellem Stand konnte die Transaktion dank der schnellen Reaktion noch gestoppt und rückgängig gemacht werden.
Was hinter "CEO-Fraud" steckt
Bei dieser Betrugsmasche geben sich Täter unter falscher Identität beispielsweise als Führungskräfte, Geschäftspartner oder Kaufinteressenten aus. Mit professionell wirkenden E-Mails und vorgetäuschten Geschäftsabschlüssen bauen sie gezielt Vertrauen auf.
Die perfide Betrugsmasche
Oft nutzen sie dafür auch Insiderwissen über die Unternehmensstruktur. Häufig setzen sie ihre Opfer zusätzlich unter Zeitdruck und fordern Stillschweigen gegenüber Vorgesetzten.
Diese Tipps gibt die Polizei
- Die Kriminalpolizei rät Unternehmen, ungewöhnliche oder hohe Überweisungen immer über einen zweiten, unabhängigen Kommunikationsweg zu überprüfen.
- Zahlungen sollten grundsätzlich nach dem Vier-Augen-Prinzip freigegeben werden. Das gilt besonders bei größeren Summen.
- Wichtig sei zudem ein wachsames Auge auf abweichende E-Mail-Adressen oder veränderte Namensschreibweisen.
- Ebenso entscheidend seien klare Abläufe im Unternehmen wie verbindliche Freigabeprozesse für hohe Überweisungen und für Änderungen von Bankverbindungen.
- Wer eine betrügerische Überweisung vermutet, sollte sofort die eigene Bank und die Polizei informieren. Je schneller reagiert wird, desto größer ist die Chance, das Geld noch zu stoppen.