Gen-Z-Demos am Samstag: Proteste auch in Frankfurt und Mainz
Großdemos am Samstag - Gen-Z-Proteste in Mainz und Frankfurt
Für Samstag (31. Oktober) sind in Frankfurt und in Mainz Proteste junger Menschen gegen Wehrpflicht, steigende Lebenshaltungskosten, Fachkräftemangel und Kürzungen in der Bildungspolitik angekündigt. Tausende Demonstrierende werden erwartet.
In Frankfurt hat die Initiative Gen Z regelt zum Protest für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Online haben sich mehr als 10.000 Menschen angemeldet, wie auf der Internetseite der Initiative zu sehen ist. Geplant ist ein bundesweiter Protesttag. Bei ähnlichen Veranstaltungen in Frankreich, Spanien, Italien und Albanien war es jüngst zu Ausschreitungen gekommen.
Innenminister Poseck befürchtet Gewaltpotential
Auch nach Einschätzung des hessischen Innenministers Roman Poseck (CDU) besteht "eine Gefahr für eine Unterwanderung des Protestes durch Linksextremisten mit Gewaltpotenzial". An diesem Donnerstag, 11.00 Uhr, soll es bei einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium Frankfurt weitere Informationen zur Situation geben.
Appell an Teilnehmende
Die Gewaltexzesse und Straftaten aus Frankreich dürften kein Vorbild für Deutschland sein, mahnt Poseck: "Wir werden es in Hessen nicht zulassen, dass linke Radikale unser Stadtbild bestimmen und Sachwerte sowie menschliche Werte im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen setzen". Die Polizei werde stark aufgestellt sein und konsequent gegen Verstöße vorgehen, kündigte der Minister an. Er appelliere an alle Teilnehmer, friedlich zu bleiben.
Polizei beobachtet Entwicklung genau
Auch ein Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums erklärte, man bereite sich intensiv vor. Die Polizei werde frühzeitig in der Stadt präsent sein. Wie viele Demonstranten und Demonstrantinnen zu erwarten seien, sei nicht klar. Es handele sich um einen sehr dynamischen Prozess, daher beobachte die Polizei die aktuelle Entwicklung genau. Eine vierstellige Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei aber wahrscheinlich.
Darum ruft die Initiative zum Protest auf
Die Demonstration soll nach Angaben der Initiative Gen Z regelt ab 14.00 Uhr am Eisenern Steg am Mainufer starten. Die Initiative kritisiert kaputte Schulen, Einsparungen bei Sozialem, Kultur und Gesundheit sowie steigende Lebenshaltungskosten. Auch gegen die Wehrpflicht und für mehr Klimaschutz setzt sie sich ein.
Tausende werden auch in Mainz erwartet
In Mainz haben laut der Homepage des Initiators "Gen Z regelt" mehr als 3.400 Menschen ihre Teilnahme an der Kundgebung angekündigt. Der Protest soll demnach um 14 Uhr auf dem zentralen Gutenbergplatz beginnen.
Sicherheitsbehörden erwarten keine Gewalt
Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf gewalttätige Aktionen in Mainz. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, stünden jedoch weitere Polizeikräfte zur Verfügung. Die Polizei sei vorbereitet.
Polizei ist vorbereitet
Vonseiten des Polizeipräsidiums Mainz hieß es ebenfalls, man gehe nach derzeitiger Bewertung von einem störungsfreien Verlauf aus. "Gleichwohl ist die Polizei im Rahmen ihrer routinierten Einsatzplanung darauf vorbereitet, flexibel und angemessen auf etwaige Lageveränderungen zu reagieren."
Auch andere Städte machen mit
Deutschlandweit planen 28 Städte Demos, sagt die Initiative "Gen Z regelt". In fünf davon organisiert die Initiative die Veranstaltung selbst.
Proteste begannen in Frankreich
Die Proteste gehen auf Schülerdemonstrationen in Frankreich zurück, die Ende September begonnen hatten. Die Schülerinnen und Schüler fordern dort eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen.
Krawalle und Plünderungen in Frankreich
Die Demonstrationen erreichten in Frankreich landesweit Hunderttausende Teilnehmende. Im Zusammenhang mit den Protesten kam es zu Krawallen und Plünderungen. Polizeikräfte und Demonstranten wurden verletzt und Tausende Menschen festgenommen. Auch in Italien und Belgien gab es zuletzt gewalttätige Zusammenstöße mit der Polizei.