Ort jüdischen Denkens - Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt
Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird jetzt die Jüdische Akademie feierlich eröffnet.
Zu dem Festakt werden unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erwartet.
Historischer Meilenstein seit der Schoah
Es handele sich um die erste überregionale, nicht-universitäre jüdische Bildungseinrichtung in Deutschland seit der Schoah, hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, angekündigt. "Ziel ist unter anderem, die jüdische Stimme zu gesamtgesellschaftlichen Themen besser hörbar zu machen", so Schuster.
Akademie will sich an breites Publikum richten
Die Akademie werde sowohl innerjüdisch als auch außerjüdisch wirken. Sie richte sich an ein breites Publikum. So habe auch der interreligiöse Dialog - sowohl christlich-jüdisch als auch muslimisch-jüdisch - eine große Bedeutung.
Festakt mit Segen und Prominenz
Bei der feierlichen Eröffnung ist zunächst die Anbringung der Mesusa (Haussegen) durch die Gemeinderabbiner geplant. Danach folgen Reden - unter anderem von Schuster, Steinmeier und Rhein. Militärbundesrabbiner Zslot Balla wird zudem den rabbinischen Segen sprechen.
Jüdisches Leben sichtbar machen
Jüdisches Leben in Deutschland sei vielfältig, diskursfreudig und gegenwärtig, heißt es auf der Homepage. Die Akademie mache diese Pluralität sichtbar. "Wir ergänzen die deutsche Bildungslandschaft um jüdische Perspektiven: auf Religion, Philosophie und Ethik, auf Geschichte und Erinnerung, auf Politik und Gesellschaft, auf Kunst, Film und Literatur."
Standortsuche und Millionenfinanzierung
Die Idee für die Akademie sei in den 2010er Jahren entstanden. Zunächst habe man sich in Berlin auf die Suche nach einem Standort gemacht, später sei man dann in Frankfurt fündig geworden, sagte Schuster. Die Projektkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro werden laut den Angaben vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Zentralrat getragen.