Meisterschaft in Frankfurt - DFB-Campus ist jetzt blitzsauber
Am Mittwoch drehte sich am DFB-Campus in Frankfurt ausnahmsweise mal nicht alles um Fußball. Den ganzen Tag wurde hier kräftig geschrubbt gesaugt und desinfiziert - aus gutem Grund: Die DFB-Zentrale war Austragungsort für die Deutsche Meisterschaft der Gebäudereiniger.
Wasser spritzt von den Jalousien an der großen Glasfront neben dem Haupteingang. Hochkonzentriert hantiert Marco Rühl aus Kelsterbach mit einem speziellen Hochdruckreiniger, um auch das letzte Staubkorn aus den Zwischenräumen zu entfernen. Beim Wettbewerb der zwölf besten Gebäudereiniger Deutschlands kommt es schließlich auf jedes Detail.
Als Hessens Bester qualifiziert
Der 23-Jährige hat erst vor kurzem seine Ausbildung als Jahrgangsbester abgeschlossen, nun darf er Hessen bei der Deutschen Meisterschaft vertreten. Hier warten am Mittwoch in Frankfurt drei ganz unterschiedliche Aufgaben auf ihn und die weiteren Teilnehmer. Neben den Jalousien müssen auch die Umkleiden der DFB-Teams gereinigt und desinfiziert werden. Mit UV-Licht prüft eine Jury im Anschluss ganz akribisch, wer das Beste Ergebnis erzielt hat.
Zusammenarbeit von Mensch und Maschine
Bei der dritten Station im Foyer ist dazu technisches Verständnis gefragt. Die Teilnehmer müssen einen Putzroboter so programmieren, dass dieser die Fußböden möglichst gründlich putzt, während sie sich ganz klassisch mit Spray und Lappen um die Vitrinen kümmern. Der Beruf des Gebäudereiniger sei schon lange kein reiner Knochenjob mehr, erklärt Jury-Mitglied Dirk Wollenberger. Materialkunde, Chemie und technisches Know-How gehören mittlerweile genauso zur Ausbildung.
Improvisation und Teamwork
Das schätzt auch Marco Rühl an seinem Beruf: “Improvisation gehört schon zum Job dazu. Man muss wissen, wie kann man sich helfen, wenn jetzt gerade nicht das Richtige da ist.” Da ist zwischen den eigentlichen Gegnern in Frankfurt auch mal Teamwork gefragt. Obwohl es bei Marco Rühl am Ende nicht fürs Podest reicht, ist die Meisterschaft für ihn eine besondere Erfahrung. Der Sieg nach einem anstrengenden Tag geht an die bayrische Vertreterin Eleah Rauh.
Gebäudereinigung sichtbarer machen
Ohne die großflächigen Banner und die Jurymitglieder in gelben T-Shirts hätte man das rege Treiben am Campus gut und gerne als üblichen Herbstputz abtun können. Doch genau das sei das Problem in der Branche, erklärt Innungsmeister und Jurymitglied Peter Hollmann im FFH-Gespräch. Die Arbeit der Gebäudereiniger finde oftmals im verborgenen ohne große Beachtung statt, dabei sei ihr Job ein anspruchsvolles Handwerk, dass mehr Wertschätzung verdiene.
“Jeder Tag ist anders”
Genau darauf soll auch der Wettbewerb in Frankfurt aufmerksam machen. “Wir wolllen zeigen, dass unsere Branche spannend ist, dass wir viel Technologie im Einsatz haben und jeder Tag anders ist”, betont Steffi Reuter, Geschäftsführerin beim Bundesinnungsverband am FFH-Mikro. Und auch die Einsatzorte seien seien vielfältig - immer wieder warten auf die Gebäudereiniger neue Herausforderungen.
Auch Rudi Völler schaut vorbei
So wurde bei der Meisterschaft letztes Jahr beispielsweise der Heide-Park in Soltau blitzeblank geschrubbt - dieses Jahr nun der Fußball-Campus in Frankfurt. Da ließ es sich auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler nicht nehmen, für ein Foto mit den Teilnehmern vorbeizuschauen und viel Erfolg zu wünschen. Dass die Vitrinen mit den deutschen WM-Trikots jetzt ganz nebenbei wieder auf Hochglanz strahlen, dürfte nicht nur ihn gefreut haben.