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Schwere Spargelsaison in Südhessen: Hohe Kosten und weniger Käufer

Schwere Spargel-Saison - Hohe Kosten und weniger Käufer

Der Sprit trotz Rabatts teuer, das Heizen, nicht zuletzt die Lebensmittel im Supermarkt: Der Krieg in der Ukraine lässt die Preise steigen, und laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap schränkt sich bereits jeder zweite Haushalt im Alltag ein. Und das geht auch nicht an den Spargel-Landwirten in Südhessen spurlos vorüber.

Geld sitzt nicht mehr so locker

Die Spargel-Ernte endet offiziell und traditionell am Johannistag, am Freitag (24.). Durch die vielen sonnigen Tage gab es zuletzt auch sehr viel Spargel. Die Bauern konnten das Edelgemüse aber nicht am Markt unterbringen, obwohl der Kilopreis im Saisonverlauf deutlich gesunken war. Angesichts der Preissteigerungen für Lebensmittel und Energie in den vergangenen Wochen und Monaten sitze das Geld einfach nicht mehr so locker. Zudem hätten Gastronomen, die früher Spargel abgenommen hätten, es nicht durch die Corona-Pandemie geschafft, sagen viele Landwirte.

Spargel austreiben lassen

Die ersten nahmen ihre Felder deshalb schon zeitig aus der Produktion. Die Landwirte haben den Spargel auf vielen Feldern in Südhessen austreiben lassen, so dass er meterhoch wächst und wie grüne, krautartige Bäumchen auf den Äckern steht.  

Umsatzverlust schmerzt

Mäßiger Absatz bei steigenden Betriebskosten, so lautet auch die vorläufige Bilanz des Vorsitzenden des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt, vom Tannenhof in Weiterstadt. 120 Tonnen weniger Spargel als ursprünglich kalkuliert habe er verkaufen können, entsprechend schmerzvoll sei der Umsatzverlust. Meinhardt zu FFH: "Das tut schon ein bisschen weh. Ich habe schon von zwei, drei Betrieben gehört, die sagen: Das machen wir nicht mehr. Wir hören mit dem Spargel-Anbau ganz auf."

Preis zuletzt günstiger als 2021

Dabei lag der Spargel-Preis zuletzt deutlich unter Vorjahres-Niveau. Aber nichts zu machen: Die goldenen Spargel-Zeiten in Südhessen scheinen vorbei zu sein. Zumal auch die Betriebskosten, wie etwa für den Diesel für Traktoren und Generatoren, immer mehr in die Höhe schnellen.

Sonnenblumen statt Spargel

Was also in Zukunft tun? Meinhardts Plan: deutlich weniger Spargel anbauen, dafür mehr Raps, Weizen oder Sonnenblumen. Produkte, die durch die Ukraine-Krise derzeit gefragter sind denn je. So hofft der 64 Jahre alte Weiterstädter seinen Betrieb weiter fit zu halten und seinen Kunden gute Feld-Produkte aus der Region anbieten zu können. Getreu seinem Motto: "Das Leben ist viel zu kurz, um schlecht zu essen."

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Marc Wilhelm

Reporter
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