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Garten-Streit in Seeheim: Familie kämpft um ihre Kinder-Oase

Garten-Streit in Seeheim - Familie kämpft um ihre Kinder-Oase

© FFH

Es ist ein Kinderparadies mit Ablaufdatum: das gepachtete Gartengrundstück der Familie Gassenbauer in Seeheim (Kreis Darmstadt-Dieburg). Hier finden der eigene Nachwuchs und die Nachbarskinder eine tolle, grüne Spieloase. Doch es gibt Probleme: Die Nutzung ist in dieser Form laut Kreis-Bauaufsicht nicht erlaubt.

Trampolin, Hühner, Beete

Ein großes Trampolin, zwei Hühnerställe, eine Gartenhütte, ein Holzunterstand und Gemüsebeete. Das steht derzeit in dem gepachteten Garten von Andreas und Yvonne Gassenbauer im Beethovenring in Seeheim-Jugenheim. Nicht nur ihre eigenen Kinder spielen und toben dort sehr gerne. Auch die Nachbarskinder und sogar der Kindergarten sind eingeladen, das Grundstück zu nutzen. Denn einen Spielplatz gibt es in der Nähe nicht.

Gartenparadies ist in Gefahr

Doch damit könnte bald schon Schluss sein. Denn die Familie hat Post von der Bauaufsicht des Kreises Darmstadt-Dieburg bekommen. Man sei durch eine "schriftliche Anzeige" auf den Garten aufmerksam gemacht worden, teilt die Kreis-Pressestelle auf FFH-Nachfrage mit. Das Kernproblem: Der Bebauungsplan sieht eigentlich auf dem Grundstück in einem Wohngebiet mitten im Ort eine Wohnbebauung vor. „Selbstverständlich kann im Zusammenhang mit dem Wohnen auch eine gärtnerische Nutzung/Freizeitnutzung stattfinden, aber nicht ausschließlich“, so eine Sprecherin des Kreises. Die Regeln sind damit klar.

Yvonne und Andreas Gassenbauer: "Haben viel Arbeit reingesteckt für die Kinder"

Pächter des Gartengrundstücks im Seeheimer Beethovenring

Also es handelt sich hier um ein Baugrundstück und die Haupt Nutzungsart eines Baugrundstücks. Es wohnen und aktuell steht hier allerdings kein Haus drauf, worin man wohnt, sondern sind letztendlich die Hühner. Und also die, die Grundaussage war, das nicht die Haupt Nutzungsart Hühnerhaltung sein darf und deswegen die Hühner eben vom Grundstück zu entfernen sind. Wir haben eine kleine Brücke, unter die die Hühner durchgehen können, über die die Kinder zum Trampolinen kommen. Assis ändert sich eigentlich ständig. Was und Kinder sind wirklich sehr gerne hier. Kinder haben auch schöne Übernachtungs Party in den schön gemacht und zu wollen. Immer mal Sölden hier zusammen mit Abend verbringen. Wir haben auch mal Lagerfeuer gemacht, wo Marshmallows Mana so Sachen. Des hat einfach, dass die Gemeinschaft auch mit den Nachbarn.

Des ist schon viel wert. Wir haben halt viel Arbeit hier reingesteckt und Dusche. Extra für für die Kinder. Mit Öl, die von der Straße weg sind, wollen die Straße schon stark befahrene.

Und die Autos passen auch gar nicht auf. Die Kinder werden einfach über die Straße gucken.

Ob zunichte wegen ist die Möglichkeit hier schon ziemlich gut für die Kinder. Und des wär halt schon ziemlich schade, weil müssten so wieder auf die Straße für uns Tja. Wer ist schon traurig, wenn das nicht mehr mia vorhanden war oder die Möglichkeit nicht mehr gegeben werden. Zumal des Grundstück Emma Ich. Sag einfach mal zweckentfremdet wurde. Vorher wurde das gehalten von einer Gärtnerei, die hier Pflanzen angebaut haben. Da stand auch ein Wohnmobil und ne Hütte hier drauf. Da hat sich niemand beschwert und er jetzt plötzlich nach Ich. Sag einfach mal fünfzig Jahren scheint es Problem zu sein. Das war für. Es hat schon sehr überraschend. Ich sehr schade. Wir haben ein Antrag gestellt bei der Gemeinde und beim Bürgermeister einen, sondern Nutzungsrechte.

Weil er dieses Pacht Grundstück. Ist ja gedacht zum bebauen. Also die Grundschutz Eigentümerin hat uns gesagt ja, als wird bebaut. Und deswegen am haben wir einen Antrag auf Sondernutzung gestellt. Das WM zwischenzeitlich das Grundstück anderweitig verwenden

© HIT RADIO FFH

Hausbau kommt vorerst nicht in Frage

Familie Gassenbauer ist nur Pächterin des Grundstücks, sie kann also nicht darauf bauen. Die Eigentümerin habe eine spätere Bebauung vorgesehen. Ein Wohnhaus ist aber noch lange nicht in Sicht. Im schlimmsten Fall müsste die Familie ihre Hühnerställe und Gartenhütte dort also wieder abbauen. Doch dagegen haben nicht nur Kinder und Nachbarskinder etwas einzuwenden, auch die Nachbarn fänden das schade. Immerhin müssten auch ihre Kinder dann wieder auf der Straße spielen. „Für mich ist das ein Unding, dass sowas weg soll“, sagt etwa Nachbarin Nicole Roßberg. „Alle haben Spaß daran. Wir Eltern und auch die Kinder.“

Nachbarn unterstützen die Familie

Deshalb wollen weder die Gassenbauers, noch die Nachbarn aufgeben, auch wenn die Regeln im Bebauungsplan etwas anderes vorsehen. Denn laut Kreis-Bauaufsicht sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Eine Entscheidung, wie es weitergeht, sei noch nicht gefallen. Zusätzlich hat die Familie einen Antrag auf ein Sondernutzungsrecht bei der Gemeinde Seeheim-Jugenheim gestellt. Und die Nachbarn haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

Antrag auf Sondernutzung

Doch die Gemeinde kann für die Gassenbauers nicht viel tun. Wie Gemeinde-Pressesprecherin Sabine Milewski auf FFH-Anfrage erklärt, könne die Gemeinde einer Sondernutzung nicht stattgeben, da es sich um eine private Fläche handelt. Und darüber hat die Gemeinde keine rechtliche Handhabe. Am Ende entscheidet aber die Bauaufsicht des Kreises Darmstadt-Dieburg darüber, wie es mit dem Grundstück im Beethovenring weitergeht. Sabine Milewski: "Insgesamt bleibt abzuwarten, welche Entscheidung die Bauaufsicht des Landkreises trifft. Möglicherweise findet sich ja eine Lösung, die den Erhalt der Spielmöglichkeit für die Kinder zulässt."

Marc Wilhelm

Reporter
Marc Wilhelm

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