Nachrichten > Südhessen, Top-Meldungen >

Giftanschlag TU Darmstadt: Mainzerin muss dauerhaft in Psychiatrie

Giftanschlag an TU Darmstadt - Mainzerin muss dauerhaft in Psychiatrie

Die Anwälte Björn Seelbach (r) und Christian Kunath zu Beginn des Sicherungsverfahrens. Heute wurde das Urteil gesprochen: Die angeklagte Mainzerin wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.
© dpa

Die Anwälte Björn Seelbach (r) und Christian Kunath zu Beginn des Sicherungsverfahrens. Heute wurde das Urteil gesprochen: Die angeklagte Mainzerin wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Deutlich früher als erwartet ist im Prozess um den Giftanschlag an der Technischen Universität Darmstadt das Urteil gefallen. Eine Studentin aus Mainz muss dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. 

Zur Begründung sagte Richter Volker Wagner, dass das Gericht von einem "versuchten Tötungsdelikt" ausgehe und von der Frau weiterhin eine Gefahr ausgehe. Deshalb solle sie in der psychiatrischen Fachklinik behandelt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Einer der beiden Verteidiger der Mainzerin sagte auf Nachfrage von HIT RADIO FFH: "Ob wir noch Rechtsmittel einlegen, bespreche ich mit meiner Mandantin." Er hatte zuvor für eine Unterbringung auf Bewährung plädiert.

Fall laut Gericht "spektakulär" gewesen

"Das ist ein spekakulärer Fall gewesen, der weit über die Grenzen Darmstadt hinausging", betonte das Gericht bei der Urteilsverkündung. Im Prozess hatte die Beschuldigte zuletzt ein Geständnis abgelegt. Zum Prozessauftakt hatte sie noch geschwiegen. Die Studentin mischte nach Auffassung des Gerichts giftige Chemikalien in Milch, Wasser und Honig in den Teeküchen und Aufenthaltsräumen der TU.

Staatsanwaltschaft ging von versuchtem Mord aus

Die Staatsanwaltschaft hatte zu Beginn des Verfahrens beantragt, die Verdächtige wegen paranoider Schizophrenie in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. Die Anklagebehörde bewertete die Tat ursprünglich, auch im Plädoyer, als heimtückischen versuchten Mord mit gemeingefährlichen Mitteln.

Staatsanwaltschaft: "Jährliche Überprüfung"

Das Gericht hat die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Das sagte der Darmstädter Staatsanwalt Ansgar Martinsohn unserem Reporter nach dem Prozess.

Wer das Gericht, hat die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Es hat sich außerdem eine, damit auseinandergesetzt, diese Anordnungen zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Was aber jetzt noch nicht der Fall war und das wird dann im die nächsten Jahren jährlich überprüft werden. Wieder mit weiter zu verfahren ist

Staatsanwaltschaft: "Frau wird jetzt behandelt"

Bei der Frau wird jetzt geschaut, wie die Behandlung in der Klinik anschlägt, berichtete Staatsanwalt Ansgar Martinsohn HIT RADIO FFH nach dem Urteil.

Die Beschuldigte wird in in der forensischen Klinik ist das er behandelt. Und im Laufe der Behandlung wird sich dann herausstellen, wie die Behandlung anschlägt. Ob das dazu führt, dass Eddie beschuldigte irgendwann nicht mehr als gefährlich anzusehen ist. Und das wäre dann der Zeitpunkt, zu dem dann die Unterbringung entweder zu Währung ausgesetzt wird oder aber er die Unterbringung für erledigt erklärt wird.

© HIT RADIO FFH

Chemikalien-Mix in Milchtüten

Unter dem Einfluss ihrer Erkrankung hatte die 33 Jahre alte Mainzerin laut Urteilsbegründung im August 2021 versucht, sieben Menschen zu vergiften. Die Studentin der Materialwissenschaften mischte einen Chemikalien-Mix unter anderem in offene Milchtüten.

Anwalt verliest Geständnis

Die Beschuldigte habe Stimmen gehört und sich von Studenten sowie Mitarbeitern verfolgt gefühlt. Der Anschlag habe sich laut Staatsanwaltschaft deshalb auch "gezielt" gegen sie gerichtet. Die 33-Jährige habe ihre Opfer lediglich abschrecken und ihnen "eine Lektion erteilen" wollen", verteidigte sie sich hingegen vor Gericht. Jemanden ernsthaft zu verletzen oder gar zu töten, sei aber nie ihre Absicht gewesen, erklärte ihr Anwalt.

Angeklagte wollte "eine Lektion erteilen"

Die Chemikalienmischung mischte sie nach Angaben der Ermittler in Honig, H-Milch und Wassertanks von Kaffeemaschinen. Die ehemalige Studentin gab über ihren Anwalt weiter an, dass sie davon ausgegangen sei, dass das von ihr unter anderem verwendete Bromanilin in geringer Dosis ungefährlich sei. Auf dem Gefäß habe nur das Gefahrensymbol für reizende Stoffe gestanden. Bromanilin stört die Sauerstoffversorgung der Organe.

Verdächtige psychisch krank

Anfang September 2021 brachte die Polizei die Deutsche in eine psychiatrische Klinik. Ein Oberarzt beschrieb im Gericht, dass die Frau psychotisch gewesen sei. "Sie hatte eine Mütze dabei, in die Kupfer- und Aluminiumfolie eingenäht waren", berichtete er vor dem Landgericht Darmstadt. Sie habe von Technik gesprochen, über die Stimmen in ihren Kopf kämen, so der Arzt. Aus psychiatrischer Sicht seien das akustische Halluzinationen.

Im vergangenen März festgenommen

Nach intensiven Ermittlungen wurde die Verdächtige im März 2022 festgenommen und in eine psychiatrische Klinik in Haina eingewiesen, sie ist wegen der psychischen Erkrankung schuldunfähig. Nach den Angaben der Verteidiger hört ihre Mandantin inzwischen keine Stimmen mehr und sie fühle sich auch nicht mehr verfolgt. Die 33-Jährige wolle weiter behandelt werden.

Mehrere Chemikalien als Gift genutzt

Laut Staatsanwaltschaft war die Studentin in der Nacht zum 23. August 2021 in ein Labor am Campus Lichtwiese gegangen. Dort habe sie giftige Substanzen zusammengesucht. "Im Labor bereitete die Beschuldigte eine Lösung aus verschiedenen Chemikalien vor", sagte Staatsanwalt Ansgar Martinsohn. Darunter waren unter anderem Aceton, vergällter Alkohol und Butandiol - eine Chemikalie, die im Körper in K.-o.-Tropfen umgewandelt wird.

Eine Person war in Lebensgefahr

Die Lebensmittel wurden am nächsten Morgen von mehreren TU-Angehörigen konsumiert. Den Geschädigten fiel zwar recht schnell auf, dass mit ihrem Kaffee oder Tee etwas nicht stimmte, aber da hatten sie schon einen mehr oder weniger großen Schluck getrunken.

Seltsamer Geschmack bei Kaffee und Tee

Einer der Betroffenen schwebte kurze Zeit in Lebensgefahr und musste im Krankenhaus behandelt werden. Einige Geschädigte erzählten vor Gericht, dass ihr Kaffee oder Tee auffällig bitter geschmeckt habe und sie dann Aceton- oder Klebstoffgeruch festgestellt hätten.

Laut Ermittlern keine "bleibenden Schäden" bei den Opfern

Laut Staatsanwaltschaft hatten die Opfer konkret unter Übelkeit und Fieber gelitten, "wie bei einer schweren Grippe". Bleibende Schäden hätten sie aber nicht davon getragen.

Auch interessant
Auch interessant
    Anschlag auf Macron geplant: Prozess gegen Verschwörungsgruppe "Barjols"

Die Angeklagten im Alter von 26 bis 66 Jahren, darunter zwei Frauen, sollen über…

    Lesbos: Griechische Justiz stellt Verfahren gegen Seenotretter ein

Den 24 Seenotrettern wurde vorgeworfen, der griechischen Küstenwache…

    Tschechien: Babis von Betrugsvorwurf freigesprochen

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Tschechien hat ein Gericht in Prag…

nach oben

HIT RADIO FFH

Jetzt einschalten

HIT RADIO FFH
FFH+ 80ER
FFH+ 90ER
FFH+ CHARTS
FFH+ ROCK
FFH BEST OF 2022
FFH KUSCHELROCK
FFH KUSCHELPOP
FFH JUST WHITE
FFH TOP 1000
FFH OLDIES
FFH LEIDER GEIL
FFH HAPPY HITS
FFH TOP 40
FFH PARTY
FFH DIE 80ER
FFH JUST 90s
FFH DIE 2000ER
FFH DIE 2010ER
FFH FRÜHLINGS FEELING
FFH SUMMER FEELING
FFH CHILL & GRILL
FFH EURODANCE
FFH ROCK
JOKE FM
FFH WORKOUT
FFH SCHLAGERKULT
FFH DEUTSCH PUR
FFH BRANDNEU
FFH LOUNGE
FFH ACOUSTIC HITS
FFH SOUNDTRACK
FFH+ WEIHNACHTEN
FFH WEIHNACHTSRADIO
planet radio
planet plus fun
planet plus power
planet plus liebe
planet plus heartbreak
planet livecharts
planet flashback friday
planet the club
planet early morning breaks
planet oldschool
planet nightwax
planet black beats
ed sheeran radio
drake radio
dua lipa radio
lady gaga radio
rihanna radio
calvin harris radio
david guetta radio
katy perry radio
justin timberlake radio
maroon 5 radio
coldplay radio
taylor swift radio
the weeknd radio
justin bieber radio
ariana grande radio
alicia keys radio
beyoncé radio
post malone radio
harry styles radio
harmony.fm
harmony +70er
harmony +90er
harmony +Weihnachten
80er Kultnight
70er-80er Kultnight
80er-90er Kultnight
harmony Feelings
harmony Schlager Radio
Billy Joel Radio
Eurythmics Radio
Madonna Radio
Queen Radio
Roxette Radio
Kim Wilde Radio
Whitney Houston Radio
Michael Jackson Radio
Pet Shop Boys Radio
Elton John Radio
Depeche Mode Radio
Phil Collins Radio
Tina Turner Radio