Nato-Militäreinsatz gefordert - Trump warnt Nato vor Nichtbeteiligung
Vor etwa drei Wochen begann der Krieg der USA und Israel gegen den Iran. Jetzt fordert Trump Nato-Partner auf, sich an der Sicherung der wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen.
US-Präsident Donald Trump drängt im Iran-Krieg die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Straße von Hormus. In einem Interview der “Financial Times” droht er den Mitgliedstaaten mit einer ”düsteren Zukunft", sollten die diese die USA nicht unterstützen.
Trump erwartet von Nato-Partnern Dankbarkeit
Es sei “nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert”, wurde der Republikaner zitiert. Trotz seiner Warnung an die Adresse der Nato zeigte er sich demnach pessimistisch, dass die Verbündeten seinen Appellen Gehör schenken würden.
"Wir hätten ihnen in der Ukraine nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt. Aber wir haben ihnen geholfen", wurde Trump mit Blick auf die Nato zitiert. "Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, sie aber nicht für uns. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie da sein werden."
Merz erteilt Absage
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag einen Militäreinsatz in der Meerenge abgelehnt. Für ihn gebe es im Augenblick keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken. Deutschland sei nicht Teil dieses Kriegs , “und wir wollen es auch nicht werden”, betonte er.
Auch Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und AfD lehnen Forderungen der US-Regierung ab, dass europäische Kriegsschiffe in der Straße von Hormus Öltanker vor iranischen Attacken beschützen sollen.
Australien hat auch kein Interesse
Transportministerin Catherine King sagte in einem Interview mit ABC, dass keine Kriegsschiffe zur Unterstützung in die Straße von Hormus entsendet werden. Man sei sich der Bedeutung der Meerenge bewusst, werde sich trotzdem nicht an einer Marine-Mission beteiligen.
Krieg geht weiter
Derweil geht der Krieg in der dritten Woche unvermindert weiter. In der iranischen Hauptstadt Teheran meldeten Medien eine neue Angriffswelle. In sozialen Medien berichteten Kriegsbeobachter, die das Geschehen aus dem Ausland verfolgen, über zahlreiche Explosionen in mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole.
Teherans Bevölkerung ist seit mehr als zwei Wochen vom Internet abgeschnitten. Nachrichten dringen nur schwer nach außen. Zuletzt wurde der Einbruch von Verbindungen bei einem der letzten Telekommunikationsnetzwerke gemeldet.