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Hessischer Gründerpreis: Probenda, Ceres, Krastel, kleine Riesen

Hessischer Gründerpreis - 3 Sieger aus Südhessen - einer aus Kassel

Christian und Luisa Benning, die beiden Geschäftsführer der Probenda GmbH aus Pfungstadt, stehen vor dem Flugkäfig, in dem die Schwarze Soldatenfliege ihre Eier ablegt.
© dpa

Christian und Luisa Benning, die beiden Geschäftsführer der Probenda GmbH aus Pfungstadt, stehen vor dem Flugkäfig, in dem die Schwarze Soldatenfliege ihre Eier ablegt. Das Unternehmen verarbeitet die Larve dieser Fliege zu hochwertigem Proteinmehl und Fett (Archiv).

Zum 20. Mal ist heute der Hessische Gründerpreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden Kandidaten in vier Kategorien. 

Die 12 ausgewählten Finalisten mussten ihre Ideen noch einmal vor einem Fachpublikum vorstellen. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir kürte dann die Gewinner des Wettbewerbs. Ziel des Preises ist, die jungen Unternehmen mit wichtigen Partnern aus der Wirtschaft und aus den Medien zu vernetzen. Die Gewinner sollen so mit ihrer Geschäftsidee in der Wirtschaftswelt besser Fuß fassen können. 

So viele Bewerber wie noch nie

Der Organisatoren verzeichnen zum fünften Mal in Folge einen Bewerbungsrekord: Alleine in diesem Jahr haben sich 187 Jungunternehmen mit ihrer Idee beworben. Demnach haben diese Firmen zusammen fast 3000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

140 Besucher waren bei Preisverleihung

Rund 140 Besucherinnen und Besucher feierten zwölf junge hessische Unternehmen, die auf einer spektakulären Bühne in der Kasseler Sparkasse als Preisträger ausgezeichnet wurden und aus deren Kreis zusätzlich ein Siegerunternehmen pro Wettbewerbskategorie gekürt wurde. In die Abstimmung über die Sieger und Siegerinnen flossen auch mehrere tausend Stimmen aus dem offenen Online-Voting ein.

Wirtschaftsminister Al-Wazir: Wirtschaft zukunftsfähig machen

„Gründerinnen und Gründer schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand, sie finden Produkte und Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Hessen bietet Gründerinnen und Gründern jede Unterstützung. Im Fokus stehen Startups, die ihre Geschäftsmodelle auf Nachhaltigkeit ausrichten. Sie tragen wesentlich dazu bei, unsere Wirtschaft zukunftsfähig zu machen“, sagt Tarek Al-Wazir, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen und zugleich Schirmherr des Preises, bei der Verleihung.

Kategorie Innovative Geschäftsidee: Probenda siegt

In der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ übergab Minister Al- Wazir die Urkunden an Probenda, Threedy sowie Lithium Designers. In Pfungstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) entwickelt Probenda Tierfuttermittel ohne Soja mit hochwertigem Protein auf der Basis von Insekten. Threedy ist ein Spinoff des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt und entwickelt dort die Plattform instant3Dhub, die dreidimensionale Visualisierungsanwendungen im Automobil-, Luft- und Raumfahrtsektor unterstützt. Lithium Designers aus Frankfurt ermöglicht automatisierte Planung für Freiformfassaden und Gebäudehüllen auf der Basis von 3D-gedruckten Fassadenknoten. Als Sieger dieser Kategorie zeichnete Minister Al-Wazir das Team von Probenda aus.

Probenda-Geschäftsführerin Benning

Probenda-Geschäftsführerin Luisa Benning über die Motivation ihrer Kunden: "Das wissen wir ja auch, dass viele Kunden darauf achten was sie kaufen, was sie konsumieren. Sie wollen eben nicht Verschwendung und einen Raubbau an der Natur unterstützen - und das ist eben eine Möglichkeit, das zu verhindern."

© HIT RADIO FFH

Kategorie Gesellschaftliche Wirkung: Kleinen Riesen Nordhessen bekommen Preis

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur, übergab danach die Preise in der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“. Preisträger sind Teech Education aus Darmstadt, ESGendium aus Frankfurt und Kleine Riesen Nordhessen aus Kassel. Die gemeinnützige GmbH Kleine Riesen Nordhessen engagiert sich für die Versorgung von schwerkranken und sterbenden Kindern und plant den Bau eins Pflegekompetenzzentrums zur Ausbildung der Eltern. Sie wurden zum Sieger gekürt.

Kategorie: „Zukunftsfähige Nachfolge“ - Ernst Krastel GmbH wird ausgezeichnet

Die Ernst Krastel GmbH aus Mörlenbach (Kreis Bergstraße), GN Schweißtechnik aus Eiterfeld (Kreis Fulda) und Plettenberg Elektromotoren aus Baunatal wurden von Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, als Preisträger der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ ausgezeichnet. Das seit 65 Jahren bestehende Familienunternehmen Ernst Krastel bietet Planung und Handwerk für Wasser, Wärme und die Energiewende. Anfang 2022 ist Viktoria Krastel als dritte Generation in das Unternehmen ihres Vaters eingestiegen und möchte digitale Geschäftsmodelle sowie Serviceangebote ausbauen, um den digitalen Wandel im Handwerk erfolgreich zu vollziehen. 

„Gründung aus der Hochschule“: Team von Ceres als Sieger ausgezeichnet

„Die Anzahl und Qualität der Bewerbungen in dieser Kategorie machen deutlich: Hessische Hochschulen sind Brutstätten für Pioniere. Wir gratulieren den Preisträgern des hessischen Gründerpreises für ihren mutigen Schritt in eine zwar unkalkulierbare, aber spannende Unternehmer- Zukunft“, sagte Professor Dennis Lotter von der Hochschule Fresenius, der die Preise in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ übergab. Er zeichnete Green Elephant Biotech aus Gießen sowie Ceres und HCP Sense aus Darmstadt als Preisträger aus. Ceres entwickelt ein kompostierbares Füllmaterial für den Paketversand auf der Basis von Stroh und HCP Sense wollen mit einem Sensor Wälzlager während der Fertigungsprozesse im Bereich Maschinen- oder Anlagenbau überwachen. Das ermöglicht frühzeitiges Erkennen überlasteter Bauteile und schnelles Eingreifen, um Schäden zu beheben und Stillstand zu vermeiden. 

Ceres-Mitgründer Lenhardt über den Hintergrund ihres Produktes.

Ceres-Mitgründer Moritz Lenhardt: "Wir sehen da auf jeden Fall die Nachhaltigkeit als ganz großen Treiber, weswegen wir unser Produkt so gestalten, dass man in dem Fall sogar einen Reststoff aus der Landwirtschaft verwendet, nämlich das Stroh. Das bleibt einfach bei der Getreideernte über. In Deutschland bleiben dann circa 10 Millionen Tonnen ungenutzt und wir greifen auf diese Ressource zurück und machen daraus unser Füllmaterial."

© HIT RADIO FFH
Marc Wilhelm

Leiter Studio Südhessen
Marc Wilhelm

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