Stromausfälle in Rüsselsheim - Kabeltyp als Hauptursache entlarvt
Die Stadtwerke Rüsselsheim haben die Ursache für die Stromausfälle Ende Juni ermittelt. Laut Maik Landwehr, Geschäftsführer der Stadtwerke, liegt die Ursache an der Verwendung eines bestimmten Kabeltyps, am sogenannten VPE-Mittelspannungskabel.
Auf einer Strecke kam es zu vier Kurzschlüssen. Die betroffene Leitung zwischen den Trafostationen Virchowstraße Nord und Sauerbruchstraße soll nun auf 280 Metern erneuert werden.
Noch 4 von 670 Kilometern
Der Kabeltyp, bekannt für seine Anfälligkeit in bestimmten Baujahren, wurde in das Netz integriert, bevor die Stadtwerke 2008 die Verantwortung für das Stromnetz übernahmen, so die Mitteilung. Die meisten dieser Kabel wurden demnach bereits ausgetauscht. Neben den 280 Metern gebe es noch etwa vier Kilometer dieses Kabeltyps im 670 Kilometer langen Netz der Stadt. Diese Strecke werde derzeit untersucht. Ergebnisse werden in etwa vier Wochen erwartet. Die Dringlichkeit der Erneuerung wird sowohl vom Zustand als auch von der Bedeutung der Leitung abhängen.
Stabile Netzbedingungen
Eine Analyse des Netzes bestätigte dessen Stabilität, so Landwehr. Die drei Stromausfälle Ende Juni waren die bedeutendsten seit 2008. Sie seien auf eine Verkettung extrem seltener Umstände zurückzuführen, bei der vielfache Redundanzen ebenfalls ausfielen.
Schnelle Reaktion der Stadtwerke
Trotz der Seltenheit der Umstände hätten die Stadtwerke rasch reagiert. Sie koordinierten schnell 60 Personen und mehrere Firmen, um die Fehler zu beseitigen. Weder die Erzeugung von Strom über Photovoltaikanlagen noch Wärmepumpen oder E-Ladestationen hatten Einfluss auf die Stromausfälle, auch ein Fehler im vorgelagerten Netz wurde ausgeschlossen, so die Stadtwerke weiter.
Keine vollständige Sicherheit
Landwehr betont, dass Stromausfälle selten seien, aber eine vollständige Sicherheit nie garantiert werden könne. In Deutschland ereigneten sich vergangenes Jahr über 35.000 Stromausfälle. Trotz allem bemühten sich die Stadtwerke, solche Ereignisse künftig zu vermeiden. Landwehr: „Weil wir wissen, wie wichtig der Strom für alle ist, setzen wir alles daran, dass sich so ein Ereignis nicht wiederholt. Aus meiner Sicht muss niemand in Deutschland einen größeren und regelmäßigen Ausfall befürchten.“


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