Eröffnung des neuen Darmstädter Drogenhilfe-Hauses verschoben
Nach heftigem Anwohner-Protest - Darmstadt stoppt Drogenhilfe-Pläne
In Darmstadt ist die geplante Eröffnung des neuen Drogenhilfe-Hauses Scentral auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Oberbürgermeister Hanno Benz entschied diese Maßnahme nach einer Mitteilung der Stadt angesichts der aktuellen Lage und im Einvernehmen mit der Darmstädter Stadtentwicklungsgesellschaft (DSE).
Eröffnungsfeier war am 10. September geplant
Ursprünglich sollte die Eröffnungsfeier am 10. September stattfinden. Doch aufgrund eines unvollendeten Außengeländes, dessen Fertigstellung sich wegen eines Bauschadens verzögert, habe OB Benz die Entscheidung getroffen, die Eröffnung erst nach Fertigstellung durchzuführen.
Große Bürgerproteste
Die Situation sorgt seit Wochen für Unmut bei den Anwohnern des Darmstädter Herrngartens. Im Park sind momentan Pavillonzelte als Übergangslösung aufgestellt, wodurch Beschwerden der Anwohner ausgelöst wurden. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder, da Drogenspritzen auf den Wegen zur Schule und Kita gefunden werden. Weit mehr als 1000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, um gegen die Zeltaufstellungen und die damit verbundenen Probleme vorzugehen.
Neues Konzept soll erarbeitet werden
Oberbürgermeister Benz betont, dass die bisher geplanten Maßnahmen nicht zielführend seien. Dazu zähle zum Beispiel die Abtrennung eines Teiles des Parks und Durchbrüche an einer denkmalgeschützten Mauer. Benz hat nun die Planungen gestoppt, bis ein fundiertes und abgestimmtes neues Konzept vorliegt. Frankfurter Fachleute sollen bei der neuen Planung mitwirken. Die Stadt sucht eine dauerhafte Lösung für den Umgang mit der offenen Drogenszene.
Frankurter Fachleute sollen Planungen prüfen
Zur Entwicklung eines neuen Ansatzes hat Benz den Angaben zufolge den Verein für Arbeit- und Erziehungshilfe Frankfurt eingeschaltet. Der Verein sei als Träger der Drogenhilfe bekannt und solle die bisherigen Pläne überprüfen und eventuell anpassen. Benz unterstrich, dass alle neuen, geplanten Maßnahmen durch die Stadtverordnetenversammlung überprüft und beschlossen werden müssen. Trotz der Verzögerung bleibt der Betrieb im Kontaktladen des Scentral-Neubaus weiter bestehen. Dieser bietet Beratung, Mahlzeiten und pädagogische Unterstützung an.


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