Tagung in Gernsheim - Landwirte fordern schnelleres Internet
Weiter langsames Internet und Funklöcher: Der Hessische Bauernverband (HBV) hat bei der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen in Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) sein neues Positionspapier zur Digitalisierung in der Landwirtschaft vorgestellt.
In dem Papier wird betont, dass digitale Technologien eine entscheidende Rolle für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft spielen. Jedoch bedarf es laut HBV klarer politischer Rahmenbedingungen, um diese Technologie vor Ort effizient nutzen zu können.
Vorteile digitaler Technologien
Moderne digitale Techniken verändern den Alltag auf dem Feld und im Stall: Systeme wie Sensoren, Algorithmen und Künstliche Intelligenz ermöglichen zum Beispiel den präzisen Einsatz von Dünger. Dadurch würden Ressourcen wie Wasser und Energie gespart und das Tierwohl verbessere sich. Laut HBV-Präsident Karsten Schmal bieten diese Veränderungen große Chancen. Sie könnten die Effizienz steigern, Kosten senken und den Alltag der Landwirte erleichtern. Ein frühzeitiges Investment in diese Technologien könnte zudem die landwirtschaftliche Zukunft Hessens sichern.
“Moderne Melktechnik scheitert am Funkloch”
Rund 80 Prozent der Betriebe in Hessen nutzen demnach bereits digitale Technologien, stehen laut HBV jedoch vor Herausforderungen: Besonders das langsame Internet und Funklöcher seien große Hindernisse. Hohe Kosten für neue Technik und Datenschutz-Bedenken stünden ebenfalls im Weg. Schmal: „Es kann nicht sein, dass moderne Melktechnik am Funkloch scheitert. Wir brauchen eine digitale Infrastruktur, die auch den abgelegensten Hof erreicht.“
Forderungen an die Politik
Der HBV fordert von der Politik entschlossenes Handeln. Maßnahmen sollen den Ausbau von Breitband und Mobilfunknetzen beinhalten. Steuerliche Vorteile und Programme sollen Investitionen in digitale Technik fördern. Eine zentrale Datenplattform, die “Hessische Datensäule”, solle geschaffen und der Datenaustausch durch offene Schnittstellen erleichtert werden. Auch die Cybersicherheit müsse gestärkt werden.
Baltische Staaten digital voraus
„Digitalisierung darf kein Luxus sein“, erklärt Schmal. Sie müsse für alle landwirtschaftlichen Betriebe zugänglich sein. Er fordert die Landesregierung auf, die Vorschläge des Verbandes ernst zu nehmen. Es sei an der Zeit, den Weg für eine digitale Zukunft der Landwirtschaft zu ebnen, so Schmal. Dabei verweist Schmal auch auf den technologischen Vorsprung anderer europäischer Staaten, wie etwa im Baltikum.