Der Tod ist sein Beruf - Jüngster Bestattermeister mit 22 Jahren
Sein Schreibtisch steht in unmittelbarer Nachbarschaft von Särgen und Urnen: Nils Schwabedissen führt in Wald-Michelbach im Kreis Bergstraße sein eigenes Bestattungsunternehmen. Mit seinen 22 Jahren gilt er als Deutschlands jüngster Bestattermeister.
Schon früh kam er mit dem Thema Tod in Berührung, da seine Mutter ebenfalls in dem Berufsfeld tätig ist. Bereits im Teenageralter hat Nils bei einem Bestatter mitgearbeitet, was ihm wertvolle Erfahrung einbrachte, wie er beim Besuch unseres FFH-Reporters erzählt.
Unkonventionelle Ansätze
Das Bestattungsunternehmen von Nils Schwabedissen fällt durch seine hellen Räume in einer früheren Bankfiliale auf - und durch etwas unkonventionellere Ansätze. So werden beispielsweise Urnen zum Selbstbasteln und -gestalten angeboten, die individuell gestaltet werden können. Damit möchte er, dass Menschen einen persönlicheren Bezug zum Abschiednehmen bekommen.
Einzigartige Trauerfeiern
Auch bei den Trauerfeiern setzt Nils auf Einzigartigkeit, auf den Menschen im Mittelpunkt: „Wir haben schon Karnevalsmusik gespielt, wenn der Verstorbene im Karnevalsverein aktiv war“, berichtet er.
Der Mensch im Mittelpunkt
Der Job eines Bestatters ist anspruchsvoll und verlangt Flexibilität. Nils ist rund um die Uhr erreichbar, auch nachts. Trotz der ständigen Konfrontation mit dem Thema Tod verliere er aber nie die nötige Empathie und den Respekt, die bei der Arbeit mit Trauernden erforderlich seien: Er sieht es als seine Aufgabe, den Hinterbliebenen den Abschied so würdevoll wie möglich zu gestalten.
Beide Opas beerdigt
Anfang 2025 hatte Nils auch die schwierige Aufgabe, seine beiden Opas zu bestatten. Ganz bewusst habe er sich aber dafür entschieden: “Ich hätte diese Aufgabe niemand anderen machen lassen.”
Arbeit gibt ihm viel
Sein Unternehmen, das in den ehemaligen Räumen der Volksbank in Wald-Michelbach ansässig ist, führt er mit spürbar großer Leidenschaft. Und auch die geschäftlichen Erfolge der Anfangsmonate hätten ihm gezeigt, dass er auf dem richtigen Weg sei. Trotz aller Herausforderungen meint der gebürtige Odenwälder, dass die Mischung aus körperlicher Arbeit und der Verantwortung, die er übernimmt, ihm viel gibt.
Offenerer Umgang mit dem Tod
Eines der Hauptanliegen von Nils Schwabedissen ist es, die Gesellschaft zu einem offeneren Umgang mit dem Tod zu bewegen. Er empfindet es als problematisch, dass viele Menschen das Thema Tod verdrängen, es als Tabu behandeln, obwohl der Tod ein unvermeidbarer Teil des Lebens sei. Nils zu HIT RADIO FFH: "Natürlich ist es schlimm, wenn jemand fehlt. Aber es ist absehbar. Und es wird auf jeden von uns garantiert zukommen. Ich kann gar nicht verstehen, warum man es dann so von sich wegdrängt."