Neue KI-Technik aus Darmstadt - Wie Textilien automatisch sortiert werden
Eine neuartige Maschine kann Klamotten sortieren – voll automatisch, mit KI-Kameras. Gedacht ist das System als Helfer für die Altkleider-Sammlung. Die neue Technik hat ein Start-Up aus Darmstadt entwickelt, die „Desion GmbH“.
Das Hessische Digitalministerium hat das Projekt zur automatisierten Kleidungssortierung der Desion GmbH mit 160.000 Euro gefördert. Die innovative Technologie nutzt Computer-Vision, Robotik und Künstliche Intelligenz, um in Zukunft die bisher manuelle Sortierung von Alt-Textilien zu ersetzen.
Effizienz im Textilrecycling
Nach Informationen des Digitalministeriums soll das System Ressourcen schonen und Prozesse effizienter gestalten. Digitalministerin Kristina Sinemus lobte das Projekt für seine nachhaltige Ausrichtung und betonte die Bedeutung solcher Entwicklungen.
Bis zu 600 Kleidungsstücke pro Stunde
In Deutschland fallen jährlich etwa 175.000 Tonnen Textilabfälle an, die sortiert werden müssen. Die Desion GmbH hat in Darmstadt ein System entwickelt, das Textilien robotergestützt greift und inspiziert. Eine KI-basierte Software bewertet die Textilien hinsichtlich Material, Qualität und Defekten. Bis zu 600 Artikel können so pro Stunde analysiert werden.
Intelligente Steuerung durch Sensoren und KI
Desion-Geschäftsführer Dr. Dirk Siegmund erklärt, dass die Technik das erste vollautomatische Sortiersystem ist, das Altkleider ohne menschliche Hilfe sortieren kann. Es zeichnet sich durch die mechanische Ausbreitung der Kleidungsstücke und eine intelligente Steuerung durch Sensoren und KI aus.
2020 gegründet
Dr. Siegmund sieht auch Einsatzmöglichkeiten in anderen Branchen, etwa im Retourenmanagement des Einzelhandels oder bei der Qualitätskontrolle von Berufsbekleidung. Die Desion GmbH wurde 2020 gegründet und ist ein Spin-off des Fraunhofer Instituts und der TU Darmstadt.