Bei großer Hitze abkühlen - Warum Baden im Rhein so gefährlich ist
Wer im Rhein badet oder dort jemanden retten will, bringt sich schnell selbst in Lebensgefahr. Der Fluss wirkt an vielen Stellen harmlos, ist aber äußerst tückisch. Schifffahrt, starke Strömung sowie Strudel und Wirbel machen den Rhein selbst für geübte Schwimmer gefährlich.
Schifffahrt sorgt für gefährliche Sogwirkung
Der Rhein ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas. Große Frachtschiffe verändern die Wasserbewegung massiv. Vorbeifahrende Schiffe saugen Wasser an, der Pegel sinkt am Ufer kurzfristig ab. Menschen im Wasser oder am Rand verlieren dabei schnell den Halt. Zieht das Schiff weiter, drückt das Wasser mit großer Wucht zurück. Gerade Kinder sind dadurch gefährdet. Aber auch Erwachsene können schon in knietiefem Wasser umgerissen und in die Strömung gezogen werden. Hinzu kommt: Kapitäne sehen Schwimmende oft kaum. Der tote Winkel vor einem großen Schiff kann bis zu 250 Meter betragen.
Strudel und Wirbel sind oft unsichtbar
Besonders gefährlich sind auch die Wirbel und Strudel im Rhein. Sie entstehen unter anderem zwischen den Buhnen, also den kleinen Landzungen, die ins Wasser ragen. Dort gerät das Wasser in kreisende Bewegung. Im Zentrum solcher Wirbel entsteht ein Sog nach unten. Selbst gute Schwimmer können dadurch in die Tiefe gezogen werden. Das Tückische: Viele Strudel sind an der Oberfläche kaum zu erkennen.
Gegen die Strömung kommt niemand an
Ein weiteres großes Risiko ist die starke Strömung. Im Raum Köln und Düsseldorf fließt der Rhein bei normalem Pegel mit etwa sechs bis acht Kilometern pro Stunde, bei Hochwasser noch deutlich schneller. Selbst trainierte Schwimmer haben dagegen kaum eine Chance. In der Flussmitte ist die Strömung noch stärker. Wer versucht, gegen sie anzuschwimmen, verliert schnell Kraft, Orientierung und gerät in Panik.
Was Helfer tun sollten
Die wichtigste Regel lautet: nicht hinterherspringen. Wer helfen will, sollte sofort den Notruf 112 wählen und den Ort des Geschehens möglichst genau beschreiben - etwa mit Brücken, Häfen, Hausnummern oder Rheinstromkilometern. Hilfreich kann es sein, schwimmende Gegenstände wie Rettungsringe, Bälle, Holzstücke oder ein Seil zuzuwerfen. Außerdem sollte die Person im Wasser so lange wie möglich im Blick behalten werden, damit Einsatzkräfte gezielt informiert werden können.
Der wichtigste Rat
Am sichersten ist es, gar nicht erst in den Rhein zu gehen. Der Fluss ist kein Badegewässer, sondern eine gefährliche Wasserstraße. Wer das unterschätzt, riskiert sein Leben.