Hitze belastet Hessens Bauern - "Das wird nix Dolles dieses Jahr"
Der Sommer mit extremer Hitze bereitet den Landwirten in Hessen erhebliche Schwierigkeiten: Wegen der Trockenheit sind in einigen Regionen die Getreideernten von schlechter Qualität und geringer Menge.
Bei einer Pressekonferenz in Groß-Bieberau (Kreis Darmstadt-Dieburg) hat der Hessische Bauernverband eine erste Bilanz gezogen. Präsident Karsten Schmal erklärte, dass die Ernte in diesem Jahr ziemlich enttäuschend ausfallen werde. Wörtlich: “Das wird nix Dolles dieses Jahr, in Deutschland insgesamt.”
Bauernverband: “Erlöse katastrophal”
Der wirtschaftliche Druck auf die Landwirte werde auch durch hohe Dieselpreise und teuren Dünger verstärkt. Ein Lichtblick sei immerhin der Markt für Rindfleisch, der sich positiver entwickelt. Schmal sagte: „Außer beim Rindfleisch legen die Landwirte gerade überall drauf, die Erlöse sind katastrophal."
Ernteverlauf regional unterschiedlich
Der Verlauf der Ernte in Hessen variiert stark regional. Während die Wintergerstenernte in Südhessen bisher durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich ausfiel, zeigen sich beim Winterweizen bereits deutliche Auswirkungen der Trockenheit. Auch bei Mais und Zuckerrüben sind die Ertragserwartungen unsicher, aufgrund ungleicher Niederschlagsverteilung in der Region.
Wirtschaftliche Belastungen für Landwirte
Neben den Wetterbedingungen belastet auch die wirtschaftliche Lage viele Landwirtschaftsbetriebe: Niedrige Getreidepreise treffen auf hohe Kosten für Dünger, Diesel und andere Produktionsmittel. Dies erschwere die wirtschaftliche Situation selbst bei zufriedenstellenden Erträgen, so der Verband.
Forderungen an die Politik
Der Hessische Bauernverband fordert daher von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu sichern. Dazu gehörten geringere Energiekosten und eine zuverlässige Versorgung mit Düngemitteln. Außerdem seien Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Weiterentwicklung der Versicherungen wichtig, um mit Wetterextremen besser umgehen zu können. Schmal betonte, dass die Ernte nicht nur vom Wetter abhänge und die Betriebe wirtschaftliche Perspektiven benötigten.