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Trockenheit sorgt für weniger Mücken am Oberrhein

Weniger Mücken als sonst - Trockenheit bremst die Plage am Oberrhein

Sabrina Wiegand

Redakteurin
Sabrina Wiegand

Kaum Regen, kaum Mücken? Für viele Menschen am Oberrhein fühlt sich dieser Sommer ausnahmsweise etwas ruhiger an. Ganz vorbei ist die Plage aber nicht - denn eine besonders lästige Art sitzt längst in unseren Gärten und kann sogar tagsüber stechen.

Normalerweise schlüpfen gerade rund um den Oberrhein besonders viele Mückenlarven. Doch wegen der anhaltenden Trockenheit fehlen in den Auwäldern derzeit die wassergefüllten Brutstätten. Bei der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz KABS, ist es dort deshalb aktuell ungewöhnlich ruhig.

Trockenheit bremst heimische Mücken

Wie KABS-Mitarbeiterin Xenia Augsten erklärt, können die Eier heimischer Stechmücken zwar mehrere Jahre im trockenen Boden überdauern. Ohne Wasser schlüpfen die Larven aber nicht. Noch ist die Saison deshalb gedämpft.

Ganz ausschließen lässt sich eine neue Mückenwelle aber nicht. Wenn sich das Wetter ändert und wieder mehr Regen oder sogar Hochwasser kommt, könnten bis in den September hinein erneut Larven schlüpfen.

Die Tigermücke hat andere Bedingungen

Anders sieht es bei der Tigermücke aus. Sie ist keine typische Auwaldmücke, sondern lebt in Siedlungsgebieten - also direkt in der Nähe von Menschen, in Gärten, Höfen und auf Balkonen.

Dort findet sie auch in trockenen Sommern genug Wasser. Schon kleine Sammelstellen reichen aus, etwa Regentonnen, Blumentopfuntersetzer oder wassergefüllte Ablaufrinnen.

Bekämpferorganisation KABS

Xenia Augsten sagt, die Tigermücke verhält sich anders. Sie wohnt in den heimischen Gärten und nervt auch tagsüber.

© HIT RADIO FFH

Hochphase kommt erst noch

Nach Angaben der KABS ist die Tigermücke von der aktuellen Trockenheit deutlich weniger betroffen als viele heimische Arten. Ihre eigentliche Hochphase steht sogar noch bevor.

Das größte Aufkommen wird oft erst im August erwartet. In Gebieten, in denen sie bereits verbreitet ist, macht sie sich aber schon jetzt bemerkbar.

Aggressiv und tagaktiv

Die Tigermücke gilt als besonders hartnäckig. Anders als viele heimische Mücken ist sie tagsüber aktiv und lässt sich nicht so leicht vertreiben.

Erkennen lässt sie sich laut KABS vor allem an ihren auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinen. Insgesamt ist sie nur schwarz und weiß gefärbt - ohne braune Töne, wie sie bei anderen heimischen Arten häufig vorkommen.

Warum sie problematisch ist

Die Tigermücke ist nicht nur lästig, sondern kann auch Krankheiten übertragen. Dazu gehört etwa das Chikungunya-Virus, das allerdings zunächst durch infizierte Reiserückkehrer eingeschleppt werden müsste.

Im Elsass gab es im vergangenen Jahr bereits erste lokal übertragene Chikungunya-Fälle. Aus Sicht der KABS zeigt das, dass auch der deutsche Oberrhein grundsätzlich betroffen sein könnte.

Bekämpferorganisation KABS

Jeder kann etwas in seinem eigenen Garten gegen das Ausbreiten der Tigermücke unternehmen, sagt Xenia Augsten.

© HIT RADIO FFH

So können Gartenbesitzer helfen

Weil die Tigermücke ihre Eier direkt im menschlichen Umfeld ablegt, kann jeder etwas gegen ihre Verbreitung tun. Wichtig ist vor allem, stehendes Wasser zu vermeiden oder regelmäßig zu entfernen.

Regentonnen sollten möglichst gut abgedeckt werden. Blumentopfuntersetzer sollten mindestens einmal pro Woche vollständig geleert werden.

Wenige Minuten mit großer Wirkung

Nach Einschätzung der KABS reichen oft schon fünf bis zehn Minuten Aufwand, um mögliche Brutstätten im eigenen Garten zu finden und zu beseitigen. Entscheidend ist dabei auch der Blick auf kleine, unscheinbare Wasserstellen.

Denn Tigermücken fliegen nicht weit. Wer sie im Garten hat, hat ihre Brutstätten oft direkt auf dem eigenen Grundstück oder in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Mit der Tigermücke leben lernen

Ganz verschwinden wird die Tigermücke am Oberrhein nach Einschätzung der Fachleute wohl nicht mehr. Sie hat sich in der Region bereits etabliert.

Umso wichtiger ist es, ihre Zahl so gering wie möglich zu halten. Der wirksamste Schutz bleibt deshalb, Brutstätten konsequent zu vermeiden.

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