Wichtige Daten aus Darmstadt - Wie uns MTG-I2 vor Wettergefahren warnt
Der neue europäische Wettersatellit MTG-I2 soll am Donnerstagabend (27.8.) ins All starten, um uns künftig noch schneller vor Unwettern und Waldbränden zu warnen. Die entscheidenden Fäden für die Hightech-Mission laufen dabei direkt in Südhessen zusammen.
Von Darmstadt aus wird der Satellit gesteuert. Seine Daten werden anschließend in möglicherweise lebensrettende Warnungen vor gefährlichen Wetterlagen umgewandelt.
In 36.000 Kilometern über uns
Der etwa 3,8 Tonnen schwere Flugkörper mit dem Namen MTG-I2 wird laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit einer Ariane-6-Rakete vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana in die Erdumlaufbahn geschossen. Er soll in rund 36.000 Kilometern Höhe zentrale Daten für künftige Wettervorhersagen sammeln.
Südhessen als europäische Schaltstelle
Sobald der Satellit abhebt, übernehmen die Fachleute in Südhessen die Kontrolle: Das europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt überwacht den Angaben zufolge die kritischen ersten Tage der Mission im All.
Eumetsat betreut die Daten rund um die Uhr
Danach laufen die gesammelten Wetterdaten bei der Organisation Eumetsat, ebenfalls mit Sitz in Darmstadt, zusammen. Von dort aus werden sie verarbeitet und zum Beispiel an den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach weitergeleitet.
Kamera-Upgrade für die Wetter-App
Die neue Technik soll die Beobachtung von Extremwetter auf ein neues Level heben. Laut Eumetsat fotografiert der Satellit Europa und Nordafrika alle zweieinhalb Minuten und sucht mit speziellen Sensoren kontinuierlich nach Blitzen.
Wertvoll und wichtig für Wetterexperten
Für den DWD ist die neue Technik ein wertvolles Upgrade, heißt es aus Offenbach: Aus bisher einzelnen zeitlichen Schnappschüssen werde nun quasi ein durchgehender Film, mit dem sich selbst kleinste Strukturen in Gewitterwolken erkennen lassen.
Präzisere Einsatz-Koordination möglich
Ziel des Milliardenprojekts ist es, die Bevölkerung besser vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Dank der hochauflösenden Echtzeitdaten können plötzliche Sturzfluten, Hagelstürme oder auch die Ausbreitung von Waldbränden viel früher und präziser vorhergesagt werden. Dadurch könnten etwa auch Feuerwehren ihre Einsätze besser koordinieren und Unwetterwarnungen deutlich schneller auf unseren Handys aufleuchten.