Zeichnen statt Beten - Dorfkirche wird zur neuen Künstler-Heimat
In Klein-Zimmern (Kreis Darmstadt-Dieburg) hat ein Künstler eine alte Kirche gekauft. Marcel Bender nutzt das entweihte Gotteshaus nun als Wohnhaus und Atelier. Statt Gottesdiensten sollen dort künftig Zeichenkurse stattfinden.
Wo früher gebetet wurde, zieht jetzt Kunst ein. Der 47-jährige Karikaturist und Schnellzeichner hat sein privates Reich auf der Empore der ehemaligen Dorfkirche eingerichtet. Unten im Kirchenschiff entsteht laut dem Künstler derzeit sein neues Atelier. Dort will er künftig Präsenzkurse im Karikaturen- und Comiczeichnen geben.
Kanzel ist der Blickfang
Bis die ersten Bilder gemalt werden können, gibt es in dem historischen Gebäude in dem Ortsteil von Groß-Zimmern aber noch einiges zu tun. Ein nachträglich angebrachtes Deckengemälde eines Vorbesitzers hat Marcel in Abstimmung mit dem Denkmalschutz übertüncht. Die historische Kanzel bleibt jedoch erhalten und soll im künftigen Atelier zum Blickfang werden.
Dicke Mauern, aber keine Geister
Wer in einem früheren Gotteshaus wohnt, muss sich oft Fragen zur Heizung und zu möglichen Spukerscheinungen gefallen lassen. Doch das Gebäude lasse sich dank dicker Mauern, isolierter Fenster und einer gedämmten Decke gut heizen, erzählt der 47 Jahre alte gebürtige Groß-Gerauer im Gespräch mit HIT RADIO FFH.. Auch Geister seien ihm in seinem neuen Zuhause bislang nicht begegnet.
Kirchenglocke soll wieder läuten
Das etwa 250 Jahre alte Gebäude stand lange leer. Es wurde nach seiner Entweihung Ende der 1960er Jahre bereits ein paar Mal an Privatbesitzer verkauft. Doch nun soll in Klein-Zimmern wieder beständig und auch hörbar wieder Leben einkehren: Die alte Glocke im Kirchturm will Marcel Bender wieder reaktivieren. Sie soll künftig wieder alle 15 Minuten schlagen.