Etwa 1000 Kita-Plätze in Darmstadt-Dieburg: Träger insolvent
AWO-Kita-Insolvenz in Südhessen - So geht es für Kinder und Eltern weiter
Die „AWO family“ hat für ihre elf Kitas im Kreis Darmstadt-Dieburg Insolvenz angemeldet. Davon sind knapp 1000 Betreuungsplätze betroffen. Für Eltern und Kinder gibt es aber zunächst eine erste Entwarnung: Der Betrieb geht laut Träger vorerst wie gewohnt weiter.
Der Kita-Betreiber hat beim Amtsgericht Darmstadt einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das bedeutet, dass die bisherige Geschäftsführung im Amt bleibt und von einem Sachwalter begleitet wird. Die AWO family betreibt Kitas und Krippen in Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Griesheim, Groß-Zimmern, Roßdorf, Ober-Ramstadt und Weiterstadt.
Rückläufige Kinderzahlen
Grund für die finanzielle Schieflage sind laut AWO family unter anderem sinkende Kinderzahlen. Den Angaben zufolge führt der demografische Wandel im Landkreis zu einer spürbar niedrigeren Auslastung der Einrichtungen. Die laufenden Kosten für Personal und Gebäude lassen sich dadurch nicht mehr decken, heißt es von dem Kita-Träger.
Wasserschäden und Kündigungen
Hinzu kommen lokale Probleme an einzelnen Standorten. In Weiterstadt sind demnach zwei Einrichtungen wegen erheblicher Wasserschäden nicht nutzbar und in provisorische Übergangslösungen ausgelagert worden. Zudem belaste der Verlust von vier Kitas in Pfungstadt durch zuvor gekündigte Betreiberverträge die Kassen der gemeinnützigen Gesellschaft noch immer schwer, so Sprecher Helmut Kaufmann in einem Statement gegenüber HIT RADIO FFH.
Alltag für Kinder gesichert
In einem Brief, der unserer Redaktion vorliegt, wandte sich die Geschäftsführung direkt an die betroffenen Familien. Darin wird versichert, dass die Betreuungszeiten und pädagogischen Angebote uneingeschränkt weiterlaufen. Auch die vertrauten Erzieherinnen und Erzieher bleiben den Kindern in den Kitas laut AWO erhalten. Es gebe keine personellen Veränderungen im Alltag.
Suche nach Perspektiven
Wie es langfristig für die elf Standorte und die knapp 300 Mitarbeitenden weitergeht, steht allerdings noch nicht fest: Die AWO family wolle nun in dem Verfahren ihre Kostenstrukturen prüfen. Gemeinsam mit den beteiligten Kommunen soll den Angaben zufolge eine tragfähige Lösung für die Zukunft erarbeitet werden, um so viele Standorte und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.