Wann endgültig Schluss ist - Immer mehr Tegut-Filialen schließen
Eine Marke verschwindet. Spätestens im Dezember soll für die Handelskette gänzlich Schluss sein.
Verschlossene Türen, leere Regale und Auslagen und ein Bauzaun neben dem Eingang: Wie im südhessischen Groß-Zimmern, wo ein handgeschriebenes Schild darauf hinweist, sind vielerorts die Tegut-Supermärkte bereits Geschichte. Weitere sollen in den kommenden Tagen folgen. Spätestens im Dezember soll dann ganz Schluss sein.
Verhandlungen laufen noch
"Die Tegut-Filialen, für die noch kein Nachfolger gefunden wurde, werden voraussichtlich bis zum 19. Dezember 2026 geöffnet sein", heißt es von der bisherigen Eigentümerin, der Schweizer Genossenschaft Migros Zürich. Die Verhandlungen mit potenziellen Erwerbern würden aber mit Hochdruck weitergeführt, so dass eine etwaige Übergabe besenrein zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Man sei weiterhin bestrebt, eine Lösung für die Mitarbeitenden und die Standorte zu finden.
Regionale Lebensmittel brauchen Absatzmarkt
Der Hessische Bauernverband beobachtet aus landwirtschaftlicher Sicht die Entwicklung mit Sorge. "Jede Einschränkung regionaler Vermarktungsmöglichkeiten kann für die betroffenen Betriebe problematisch sein, wenn Absatzwege wegfallen oder neu organisiert werden müssen", teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Ob Lieferverträge infolge der Schließungen angepasst oder neu ausgehandelt werden müssten, lasse sich nicht allgemein beantworten, da dies von den individuellen Vertrags- und Lieferbeziehungen abhängt.
"Konkrete Zahlen darüber, wie viele regionale Zulieferer von den Tegut-Filialschließungen betroffen sind oder welche Absatzmengen dadurch wegfallen, liegen uns derzeit nicht vor", sagte die Sprecherin. Entscheidend sei, dass regional erzeugte Lebensmittel auch künftig einen verlässlichen Zugang zum Lebensmitteleinzelhandel haben. Landwirtschaftliche Betriebe bräuchten langfristige Absatzperspektiven und Planungssicherheit.
Rund 300 Standorte in Deutschland
Die Handelsketten Rewe, Edeka und Tante Enso übernehmen 252, den Löwenanteil davon Edeka. Tegut hatte in Deutschland rund 300 Standorte. Die Handelskette wurde 1947 in Fulda gegründet und gehörte seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern vertreten, die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros beschäftigte Tegut knapp 7.500 Menschen. Migros hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Auch die Marke soll aufgegeben werden.