Unfallzahlen steigen - Handy am Steuer kann teuer werden
Ein kurzer Blick aufs Handy am Steuer kann lebensgefährliche Folgen haben. Bei europaweiten Schwerpunktkontrollen nimmt die Polizei aktuell auch in Mainz und Darmstadt abgelenkte Autofahrer ins Visier. Das Ziel der Beamten: Unfälle durch unaufmerksames Fahren stoppen.
Im Rahmen einer groß angelegten Aktionswoche kontrollieren Einsatzkräfte den Angaben zufolge gezielt den Straßenverkehr. Dabei liegt der Fokus besonders auf der verbotenen Nutzung von Smartphones, der Bedienung von Navigationsgeräten oder anderen Tätigkeiten, die vom Verkehrsgeschehen ablenken.
Gefährlicher Blindflug
Wie schnell aus einem kurzen Moment eine handfeste Gefahr wird, zeigen Berechnungen von Verkehrsexperten. Wer bei Tempo 50 nur für zwei Sekunden auf ein Display schaut, legt rund 28 Meter im reinen Blindflug zurück. Bei 100 Stundenkilometern sind es bereits 55 Meter. Selbst wer die Augen scheinbar auf der Straße hat, in Gedanken aber woanders ist, kann brenzlige Situationen oft nicht schnell genug verarbeiten. Solche kognitiven Ablenkungen sind laut Experten besonders an Kreuzungen tückisch.
Unfallzahlen steigen an
Die Polizei und Verkehrssicherheitsverbände registrieren bundesweit und regional eine deutliche Zunahme von Unfällen durch Ablenkung. Die Dunkelziffer dürfte den Behörden zufolge sogar noch deutlich höher liegen. Der Grund: Ein Griff zum Handy lässt sich nach einem Crash oft nur sehr schwer nachweisen.
Empfindliche Strafen drohen
Wer mit einem elektronischen Gerät am Steuer erwischt wird, muss grundsätzlich mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es zusätzlich zu einer Gefährdung oder gar einem Unfall, steigen die Strafen laut Bußgeldkatalog auf bis zu 200 Euro und einen Monat Fahrverbot an.
Verkehrssicherheitsberater raten daher dringend dazu, das Smartphone vor der Fahrt wegzulegen und das Navi vor dem Start einzustellen. Schließlich, so heißt es von den Experten, könne jede Nachricht problemlos bis zum nächsten sicheren Halt warten.