Schutz gegen Cyberangriffe - Kreis Bergstraße rüstet digital auf
Ein falscher Klick auf einen E-Mail-Anhang kann heutzutage eine ganze Verwaltung lahmlegen. Um sensible Bürgerdaten vor Hackerangriffen zu schützen, rüstet der Kreis Bergstraße seine digitale Infrastruktur konsequent auf. Mit einem mehrstufigen Konzept sollen die Ämter auch im Ernstfall handlungsfähig bleiben.
Cyberangriffe auf Kommunen sind längst keine Seltenheit mehr. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) treffen sogenannte Ransomware-Angriffe, die ganze Netzwerke verschlüsseln, überwiegend kleinere und mittlere Organisationen. Die allgemeine Gefahrenlage im digitalen Raum gilt den Angaben zufolge als angespannt.
Kreisverwaltung als digitale Burg
Um sich gegen diese Bedrohungen zu wappnen, vergleicht Landrat Christian Engelhardt die Kreisverwaltung mit einer Burg. Die Sicherheit entstehe nicht durch eine einzelne hohe Mauer, sondern durch mehrere aufeinander abgestimmte Schutzringe, heißt es vom Kreis. Nach diesem Prinzip werde die IT-Sicherheit Stück für Stück ausgebaut.
Digitale Wache rund um die Uhr
Konkret hat die Behörde laut eigenen Angaben die Hürden für Angreifer spürbar erhöht. Der Schutz vor gefährlichen E-Mails wurde verstärkt und die Anmeldung mit mehreren Faktoren ist für alle Mitarbeitenden verpflichtend geworden. Aktuell baut der Kreis Bergstraße zudem ein sogenanntes Security Operations Center auf. Diese Art digitale Wache soll verdächtige Aktivitäten im Netzwerk rund um die Uhr erkennen und sofort darauf reagieren.
Umzug ins Hochsicherheits-Zentrum
Zusätzlich wurde ein wesentlicher Teil der IT-Infrastruktur in das besonders geschützte Rechenzentrum des kommunalen Dienstleisters ekom21 verlagert. Dieses Rechenzentrum ist den Vorgaben zufolge nach strengen staatlichen Richtlinien zertifiziert.
Bürgerdaten und Vertrauen im Fokus
Es gehe nicht um Technik um der Technik willen, betont der Landrat. Vielmehr müsse sich die Bevölkerung darauf verlassen können, dass eingereichte Unterlagen und persönliche Daten sicher sind. Da sich Cyber-Bedrohungen ständig weiterentwickeln, setzt die Verwaltung neben der technischen Aufrüstung auch auf kontinuierliche Schulungen der Belegschaft. Sicherheit und Digitalisierung seien ein fortlaufender Prozess, der untrennbar zusammengehöre.