Umfrage der IHK Darmstadt - Südhessens Wirtschaft weiter unter Druck
Die Wirtschaft in Südhessen erholt sich leicht, doch eine langfristige Perspektive fehlt den Unternehmen weiterhin. Laut einer aktuellen Umfrage der IHK Darmstadt profitiert die Region aktuell vor allem von staatlichen Geldern.
Ein echter, nachhaltiger Aufschwung lässt den Angaben zufolge aber noch auf sich warten.
Industrie profitiert vom Staat
Die südhessische Wirtschaft lässt die Rezession fürs Erste hinter sich. Industrie, Einzelhandel und Dienstleister konnten zuletzt wieder Boden gut machen, heißt es von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt. Vor allem die Industrie profitiere von öffentlichen Investitionen aus staatlichen Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz.
Skepsis bleibt bestehen
Trotz der aktuell verbesserten Lage bleiben die Aussichten verhalten: Nur 13 Prozent der rund 900 befragten Unternehmen rechnen laut IHK mit einer echten Verbesserung ihrer Situation. Die meisten Betriebe gehen davon aus, dass sich vorerst nichts ändert. Knapp ein Viertel der Firmen befürchtet sogar eine weitere Verschlechterung.
Sorge vor hohen Kosten
Als größtes Risiko für die Zukunft sehen die Firmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Viele Unternehmen seien von der mangelnden Verlässlichkeit der Politik und dem Reformstau enttäuscht, teilt die IHK mit. Gleichzeitig belasten hohe Energiekosten sowie steigende Arbeitskosten die Bilanzen der Betriebe schwer.
Wenig Investitionen und Personal-Minus
Diese Unsicherheit schlägt sich direkt auf die Zukunftsplanung nieder: Mit Investitionen halten sich die Betriebe den Angaben zufolge stark zurück, fast ein Drittel muss Ausgaben kürzen. Auch die Beschäftigungspläne fallen mager aus: Lediglich sechs Prozent der südhessischen Unternehmen planen Neueinstellungen. Jedes vierte Unternehmen sieht sich stattdessen gezwungen, Personal abzubauen.
Warnung vor Schulden-Wachstum
IHK-Hauptgeschäftsführer Robert Lippmann warnt davor, sich von der leichten Erholung täuschen zu lassen. Es handele sich um ein "gekauftes Wachstum" durch schuldenfinanzierte Staatsausgaben. Wenn diese Gelder aufgebraucht seien, drohe das Wachstum zu verschwinden und der Schuldenberg bleibe zurück. Um die Wirtschaft dauerhaft zu stärken, fordert die Kammer nun einen konsequenten Bürokratieabbau, sinkende Kosten durch niedrigere Stromsteuern und eine zügige Modernisierung der Infrastruktur.